Philippe setzte dabei großes Vertrauen in die Regisseure:
Wenn Sie diesen Film drehen, muss er witzig ausfallen. Diese Geschichte kann man nur mit Humor erzählen!
In den 112 Minuten geht es um Philippe (François Cluzet, Kleine wahre Lügen), welcher seit einem Absturz beim Gleitschirmfliegen vom Hals abwärts gelähmt ist. Obwohl er adlig, reich und sehr gebildet ist und zudem in einem großzügigen Stadtpalais inmitten von Paris lebt, verlässt ihn mehr und mehr der Lebensmut. Seinen Alltag kann er nur mithilfe vieler Angestellter um sich herum bewältigen, die Pfleger wechseln aber schnell. So sieht sich Philippe ständig einer neuen, stets recht unsympathischen Bewerberschar gegenüber. Die Mundwinkel könnten also nicht tiefer hängen, als dann plötzlich der vorlaute Driss (Omar Sy, Micmacs – Uns gehört Paris!) den Raum betritt, um nur flugs den Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung abzuholen. Vom Job will er rein gar nichts wissen. Philippe ist jedoch bei dem charmanten wie auch dreisten Auftreten von Driss neugierig geworden und eh man sich versieht, sind sie in einer hitzigen Diskussion über Musik. Driss wird schließlich die Stelle aufgrund seiner frischen wie auch mitleidlosen Art angeboten. Er kann sich eine Absage kaum leisten, auch wenn er sich am liebsten vor Dingen wie dem Anziehen von Stützstrümpfen nur allzu gern drücken würde. Die beiden unterschiedlichen Männer kommen mit der Zeit immer mehr über Gott und die Welt ins reden und so entwickelt sich aus einstigen barschen Zurufen bald eine handfeste Freundschaft, die keiner mehr missen möchte.
Nakache und Toledano ist mit diesem Streifen eine neue Perspektive auf einen teils ausgelutschten, teils nur aus einer Sichtweise betrachteten Themenkomplex gelungen. Philippe Pozzo di Borgo tat gut daran dem Duo den Vorrang vor vielen anderen Anfragen zu geben. Mit viel Tiefe und Situationskomik an der richtigen Stelle wissen sie mit ihrer melancholischen Sozialkomödie Ziemlich beste Freunde zu überzeugen. Ob Gespräche über Absurditäten während einer piekfeinen Opern-Aufführung oder die Experimentierfreude von Driss beim simplen Rasieren des Bartes von Philippe – dies alles bringt die Lachmuskeln sekündlich in Bewegung. Auch die bisherigen 17 Millionen Kino-Besucher in Frankreich sprechen für die Qualität des Werkes.