Young Ones

Veröffentlichung  18. November 2014    Regie  Jake Paltrow    Darsteller  Kodi Smit-McPhee  Michael Shannon  Nicholas Hoult  Elle Fanning
Foto: Ascot Elite Home Entertainment
 IMDb-Wertung
Foto: Ascot Elite Home Entertainment

Endzeitstimmung im Sonnenschein

Bereits 2008 warnten Experten vor den eklatanten Klima-Veränderungen durch den globalen Ausbau der Infrastruktur und Landwirtschaft bis zum Jahr 20130. Dann solle es neben Hitze- wie Dürrewellen auch zu einer dramatischen Verknappung des Wassers kommen. Wie solch eine Zukunft aussehen könnte, stellt Regisseur und Autor Jake Paltrow in seinem zweiten Spielfilm (nach dem 2007er The Good Night mit seiner Schwester Gwyneth Paltrow in einer der Hauptrollen) Young Ones vor.

In Kapitel unterteilt, wird vor allem das Leben der Familie Holm näher gebracht. Da ist Vater Ernest (Michael Shannon, Man of Steel), der vollkommen überfordert mit der Rolle des Alleinerziehenden ist. Zum einen muss er der Versorger sein, zum anderen für seine zwei Kinder ein gutes Vorbild abgeben. Bei dem Jüngsten, Jerome (Kodi Smit-McPhee, The Congress), mag das noch funktionieren. Aber seine Tochter Mary (Elle Fanning, Somewhere) hasst ihn abgrundtief. Schließlich billigt ihr Vater nicht Flem Lever (Nicholas Hoult), den Mann an ihrer Seite. Doch im Verlauf der Geschichte steigt auch bei dem Betrachter der Argwohn gegen den ehrgeizigen Flem, der keine Skrupel zu haben scheint, wenn es darum geht für die hoffnungslos vertrocknete Gegend, in der sie in ärmlichen Verhältnissen leben, neue Wasserquellen zu beschaffen.

Young Ones ist eine dermaßen aufregende Western-meets-Science-Fiction-Version, dass man sich vor lauter Aufregung beim Konsumieren zu verschlucken droht. In der Zukunft, wenn das Wasser Mangelware ist, wäscht man beispielsweise das Geschirr mit Sand und anstelle von Eseln werden insektenhafte Metallwesen zum Transport genutzt. Unglaubliche High-Tech-Visionen gab es in der Filmgeschichte schon zu genüge, aber selten wurde ausgefeilte Technologie als ein derartiger Nutz- bzw. Alltagsgegenstand wie die sogenannte „Shadow“ in Young Ones dargeboten. Auch der Drang nach kleinsten Schönheitsmittelchen wie sie Mary versucht beizubehalten (Haare einfärben, Nägel lackieren) werfen interessante Gedanken zu der uns bevorstehenden Welt auf. Die Liebe steckt im Detail – das zeigt der Film mit jeder Minute. Jedoch kränkelt Jake Paltrows Sci-Fi-Bastard an einem erheblichen Punkt: es gibt keine Botschaft. Was genau ist mit der Mutter der Familie? Was steckt hinter all dieser Ambivalenz der vorgestellten Charaktere? Es muss ja nicht gleich eine große Moral präsentiert werden, doch bei so viel szenischer und inhaltlicher Zukunftsvision wäre ein bisschen An-die-Hand-nehmen angebracht gewesen.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  18. November 2014    Worte  358
Permalink  http://www.farbensportlich.de/young-ones/    Farbe  #73866f
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