World War Z

Veröffentlichung  07. November 2013    Regie  Marc Forster    Darsteller  Brad Pitt  Mireille Enos  Daniella Kertesz
Foto: Paramount Pictures Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Paramount Pictures Germany

Es herrscht Krieg

Der Bieterwettstreit zwischen den Produktionsfirmen von Leonardo DiCaprio und Brad Pitt um die Rechte an dem fiktiven Tatsachenbericht Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot von Max Brooks hat einen eindeutigen Gewinner: den Zuschauer. Denn dieser bekommt mit World War Z einen der intensivsten und ergreifendsten Thriller des Kinojahres 2013 geboten.

Eine Zombie-Pandemie greift um sich, bezwingt Armeen, stürzt Regierungen und bedroht nicht zuletzt die Existenz der gesamten Menschheit. Während das literarische Original aus einer Ansammlung von Augenzeugenberichten und Interviews besteht, konzentriert sich die Filmadaption ganz auf einen Mann im Rennen gegen die Zeit: Gerry Lane (Brad Pitt, Fight Club). Als sich der unbekannte Virus blitzschnell auf der ganzen Welt ausbreitet, sucht er händeringend nach wirksamen Strategien zur Gegenwehr. Doch wo anfangen, wenn es schon schier unmöglich scheint die eigene Familie in Sicherheit zu bringen? Der Mitarbeiter der Vereinten Nationen begibt sich auf die gefährliche Suche nach Antworten. Seine Reise führt ihn auf verschiedenste Kontinente, um die Spuren bis zum Erstausbruch zurückzuverfolgen.

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Regisseur Marc Forster (James Bond 007 – Ein Quantum Trost) ist es gelungen die weltumfassende Zombie-Apokalypse genauso plausibel wie emotional auf die große Leinwand zu bringen. Es ist beängstigend anzusehen wie sich Horden infizierter Menschen über die wenigen verbliebenen Gesunden hermachen. Gleichzeitig verzichtet man zugunsten einer niedrigen Jugendfreigabe (ab 16 Jahren) auf jegliche Gore-Elemente. Anstelle von jeder Menge Blut gibt es durchdringende Zombie-Close-ups zu bestaunen. Dieser für das Genre untypische Verzicht schadet der Dringlichkeit des Films keineswegs – ganz im Gegenteil. Aufgrund der umfassenden Recherche macht Forster sogar vieles besser als seine Vorgänger. So orientierte er sich unter anderem am Schwarmverhalten von Tieren und übertrug diese Synchronizität auf die Zombies. Im Detail zeigen sich jedoch große Unterschiede: jeder Untote bringt eine individuelle Erscheinung mit sich und gibt andere Laute von sich. Die animalische Geräuschkulisse reicht über das Klappern von Zähnen (erinnert an das Schwanzrasseln von Klapperschlangen) bis hin zu einem kläffenden Gebrüll (wie von bellenden Hunden). Mit einfachen Mitteln gelingt es eine beißend gute Anspannung als Grundstimmung zu erzeugen. Wie etwa bei dem Versuch lautlos auf klapprigen Fahrädern an einigen Untoten vorbei zu schleichen, die man zwar nicht sieht, von denen man aber weiß, dass sie da sind. Entsprechend rar sind wirkliche Kampfszenen gestreut. Doch wenn es dann soweit ist, wie beim Ausbruch in New York, der Erstürmung der Mauern von Israel oder während eines Fluges, wird die globale Tragweite der Pandemie spürbar.

World War Z beschreibt ein auswegloses Kapitel der Menschheitsgeschichte und bedient sich einer subtilen Bildsprache. Die intensive Darstellung und realitätsnahe Umsetzung lassen den Film wie eine böse Vorahnung wirken. Max Brooks, Sohn von Oscar-Preisträger Mel Brooks (The Producers) hat eine einfache Erklärung für die zeitgemäße Faszination für Zombies:

We’re living in such scary times. People want to explore the apocalypse. [...] When the catalyst for the apocalypse are zombies it’s safe enough to go to sleep at night. If you watch an apocalyptic movie but the catalyst for that is nuclear war or flu or something real, you ain’t gonna sleep!

Hier findest du unser Interview mit dem Regisseur.

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