Wonder Woman

Veröffentlichung  15. Juni 2017    Regie  Patty Jenkins    Darsteller  Gal Gadot  Chris Pine  Danny Huston  Elena Anaya
Foto: Warner Bros. Pictures Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Warner Bros. Pictures Germany

Es braucht erst eine Heldin, um den Krieg in Frage zu stellen

Das erste Solo-Abenteuer von Wonder Woman spielt zu Zeiten des ersten Weltkrieges. Die Message des Films aber ist zeitlos: Im Gefecht gibt es nicht nur einen Bösen. Jedes Opfer ist eines zu viel.

Der Film ist tief in der griechischen Mythologie verwurzelt. Alles beginnt mit Zeus, der die Amazonen erschuf, um seinem eigenen Sohn Ares etwas entgegen zu setzen. Mit seinem letzten Atemzug konnte Zeus die Kriegerinnen auf der versteckten Insel Themyscira in Sicherheit bringen. Dort wurden sie mit allem versorgt, was es braucht, um gegen den gefährlichen Kriegsgott anzutreten. Als jüngste Amazone wird Diana (Gal Gadot) härter als alle anderen ausgebildet, um sich dem ultimativ Bösen entgegenzustellen. Ihre Mission beginnt mit dem Absturz eines Kampfpiloten (Chris Pine) auf der Insel. Er weiß zu berichten, dass auf der Welt ein schlimmer Krieg tobt und die Deutschen kurz vor der Fertigstellung einer vernichtenden Gaswaffe stehen. Diana vermutet, dass der Kriegsgott Ares hinter diesem finsteren Plan steckt.

Es gibt mehr als Schwarz und Weiß

Die größte Stärke von Wonder Woman ist ihre optimistische Sicht auf die Dinge. Sie glaubt an das Gute im Menschen und auch daran, dass sich jeder Mensch bessern kann. Denn was soll man schon gegen einen Gott machen, der einem schlechte Gedanken und Motive zuflüstert? Ihre Überzeugung ist es nun den einen Bösen zu finden und auszuschalten, damit alle anderen wieder nett zueinander sein können. Doch die bittere Erkenntnis ist, dass es sich nicht ganz so einfach verhält. Unter den Menschen gibt es weder den einen Bösen, noch kann sie alle Ereignisse bis zu einem Ursprung zurückverfolgen. Es scheint so, als gäbe es bereits zu viel Hass auf der Welt. Diese Gedanken machen aus dem Superheldinnen-Abenteuer einen überaus bedeutsamen Film.

Der erfolgreichste Kinostart einer Regisseurin

Vor zwei Wochen lief Wonder Woman bereits in den USA an. Dort konnte Regisseurin Patty Jenkins sogleich einen neuen Rekord für sich verbuchen: Noch nie hat ein Film von einer Frau am Startwochenende so viele Zuschauer in die Kinos gelockt. Jenkins weiß starke Figuren zu inszenieren (siehe Monster und The Killing) und hat nun bewiesen, dass sie auch das Action-Genre im Schlaf beherrscht. Ihr Geheimrezept: Es kommt nicht auf die Größe an. Denn in seinen besten Szenen stehen in Wonder Woman nicht etwa Zeitlupen oder Explosionen im Mittelpunkt, sondern die Charaktere. Durch Jenkins Inszenierung kann Gal Gadot wirklich alle Facetten ihrer Figur durchleben. Diana entwickelt sich von einem gutgläubigen, naiven Mädchen zur taffen Heldin, welche langsam die Komplexität der Menschen zu verstehen lernt. Hinzu kommt, dass Männer immer wieder an der Frau hinter Wonder Woman zweifeln und sie diese mit ihrem Wissen, ihrem Talent und ihrem Humor eines Besseren belehrt. Das ist die richtige Message!

Die etwas andere Heldenreise: Wonder Woman nimmt seine Figuren ernst und bietet ihnen eine tatsächliche Entwicklung an. Als erste Superheldin mit eigenem Film dürfen sich die männlichen Kollegen gerne mal eine Scheibe von diesem Ansatz abschneiden.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  15. Juni 2017    Worte  483
Permalink  http://www.farbensportlich.de/wonder-woman/    Farbe  #be4244
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