Wish I Was Here

Veröffentlichung  19. März 2015    Regie  Zach Braff    Darsteller  Zach Braff  Joey King  Kate Hudson  Mandy Patinkin
Foto: EuroVideo Medien
 IMDb-Wertung
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Wenn dir das Leben alles abverlangt

Dass das Drama Wish I Was Here das Licht der Welt erblickt, schien alles andere als klar. Daher bat Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Zach Braff seine Fans im Jahr 2013 mittels Crowdfunding um Unterstützung. Die Kickstarter-Kampagne sollte mit Einnahmen in Höhe von über 3 Millionen Dollar als eine der erfolgreichsten in die Geschichte eingehen.

Mit seinem Regie- und Leinwanddebüt Garden State konnte sich Zach Braff (damals an der Seite von Natalie Portman) in die Herzen unzähliger Millennials spielen. Davor machte er bereits als Assistenzarzt in der Comedy-Serie Scrubs – Die Anfänger Karriere. Heute ist es etwas ruhiger um den inzwischen Vierzigjährigen geworden. So bleibt ihm genug Zeit für neue Ideen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer gedanklichen Fortsetzung zum 2004er Drama Garden State? Gesagt, getan. Nur die Lebenskrise ist dieses Mal eine andere. Es dreht sich alles um die Phase des Erwachsenen-Daseins, in der man zwar schon Verantwortung trägt, jedoch nicht weiß wie man mit den hohen Erwartungen an sich selbst umgehen soll.

Mit der Schauspielkarriere will es für Aidan Bloom (Zach Braff) einfach nicht klappen. Gut für ihn, dass seine Frau Sarah (Kate Hudson, Almost Famous) ihm den Rücken stärkt und sein Vater Gabe (Mandy Patinkin, Homeland) die jüdische Privatschule der Kinder bezahlt. Bis zuletzt zumindest, denn die Krebserkrankung meldet sich zurück und der griesgrämige Opa kann es sich nicht mehr leisten für das Schulgeld aufzukommen. Aiden beschließt notgedrungen die Kinder allein zu unterrichten – und hat umso mehr Erfolg, je weiter er vom Lehrplan abweicht.

Ein Film über deinen Platz in der Welt

Wish I Was Here möchte dem Zuschauer etwas über das Leben erzählen. Nämlich dass es schon irgendwie wird – egal wie krampfhaft an der einen oder anderen Seite gezerrt wird. Die Figur des Aiden wird dabei von Entwicklungen überrollt, die er partout nicht zu kontrollieren vermag. Eigentlich bleibt ihm nur übrig der beste Mensch zu sein, der er eben sein kann. Vermittelt wird diese schlauchende Berg- und Talfahrt von teils kitschig-traurigen, teils grotesk-absurden Situationen. Sich als weißer Schauspieler für afroamerikanische Rollen zu bewerben? Frustrierend. Den Kindern etwas in Mister Miyagi-Manier (siehe Karate Kid) beibringen zu wollen? Höchst befriedigend.

Obwohl der Film nur leicht an den Potentialen seiner Darsteller kratzt, gelingt der emotionale Spagat zwischen Drama und Komödie. Zack Braff präsentiert ein überaus intim verschrobenes Lebensgefühl, in welches man sich als Zuschauer trotzdem problemlos einfühlen kann.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  18. März 2015    Worte  391
Permalink  http://www.farbensportlich.de/wish-i-was-here/    Farbe  #f16f36
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