Lang genug musste sich Matthias Schweighöfer von dem smarten Nuscheler Til Schweiger in seinen Erfolgsfilmen Keinohrhasen (2007) und Zweiohrküken (2009) als Nebendarsteller in den Schatten stellen lassen. In diesem Jahr ist das Geschichte und Schweighöfer möchte beweisen, dass er als ein Multitalent, ganz im Sinne Schweigers, etwas taugt. So stellt er sich in der romantischen Komödie What a Man nicht nur als Protagonist, sondern auch als Regisseur, Co-Autor und Mitproduzent zur Verfügung. Um festzustellen, dass daraus nichts Gutes geworden ist, muss man sich nicht einmal die gesamten rund anderthalb Stunden anschauen.
In denen soll es um den verstockten Lehrer Alex (Schweighöfer) gehen, der von seiner Freundin Carolin (Mavie Hörbiger) wegen des Obermachos Jens (Thomas Kretschmann) übel abserviert wird. Dieser herbe Schlag führt für Alex die Frage mit sich, was er falsch gemacht hat. Ist er kein richtiger Mann? Müsste er mehr so sein wie der harte Jens? Bei all den nicht einfach zu beantwortenden Fragestellungen stehen dem Unschlüssigen seine Freunde Nele (Sibel Kekilli) und Okke (Elyas M’Barke) zur Seite, die das Thema aber ganz unterschiedlich angehen. Wo Okke den richtigen Weg zur Mann-Werdung in Tattoos, Bäume fällen (beim Männercoach Volker, gespielt von Milan Peschel), einem Boxtraining und neuer Kleidung sowie neuen Flirtsprüchen sieht, versucht die Pandas rettende Nele ihren Freund davon zu überzeugen, dass er gut so ist wie er nun mal ist. Ob das ausreichen wird?
Für ein gelungenes Regiedebüt von Schweighöfer auf jeden Fall nicht. Jeder Witz scheint schon mal gemacht worden zu sein (beim lieben Til abgeguckt?), die Geschichte wirkt uninspiriert und schon tausend Mal gesehen. Und das, obwohl einige der Absurditäten des Films, der mit Rückblenden in Kindheitstage arbeitet, wohl direkt aus Schweighöfers Leben gegriffen worden sind:
Ich war tatsächlich ein sehr dicker Schüler und der einzige Junge unter 28 Mädchen in einer Klasse in Chemnitz. Genau wie der kleine Alex im Film musste ich im Sportunterricht über einen Bock springen, während mir 56 Mädchenaugen zusahen. Das war vielleicht peinlich.
Doch auch das gefällige Plaudern aus dem Nähkästchen kann nicht gegen billige Fäkalsprache ankommen. In What a Man lernt man wohl kaum etwas für’s Leben, geschweige denn wie ein gestandener Mann zu sein hat. Da kann man seine Zeit auch sinnvoller verbringen, zum Beispiel mit humorvolleren Filmen, in denen Matthias Schweighöfer mitspielt, wie die Verfilmung des Erfolgsbuches von Benjamin von Stuckrad-Barre Soloalbum.