Trolls

Veröffentlichung  02. März 2017    Regie  Mike Mitchell  Walt Dohrn    Darsteller  Lena Meyer-Landrut  Mark Forster
Foto: 20th Century Fox Germany
 IMDb-Wertung
Foto: 20th Century Fox Germany

Kaum zu glauben, dass diese knallbunten Püppchen mal angesagt waren

Einfach alles muss heutzutage verfilmt werden. Jetzt gibt es sogar von den Plastikfiguren mit den zerzausten Haaren einen Animationsstreifen. Das Problem: Der Film ruht sich auf dem früheren Hype aus.

Die Trolls sind wirklich ein paar ziemlich gutgelaunte Wesen. Sie singen sehr viel, tanzen gerne und haben auch sonst eine recht optimistische Lebenseinstellung. Seit sie vor 20 Jahren der Gefangenschaft der fiesen Bergens entkommen konnten, feiern sie ihre Freiheit. Insbesondere Trollanführerin Poppy (im Deutschen gesprochen von Lena Meyer-Landrut) weiß, wie man richtige Feste feiert. Doch einmal lässt sie es so sehr krachen, dass das erneut die hellhörig gewordenen Bergens auf den Plan ruft. Als wieder einige der Trolle entführt werden, bleibt allen das Lachen im Halse stecken. Allein Sonnenscheinchen Poppy versucht positiv zu bleiben und damit sogar den Miesepeter Branch (im Deutschen: Mark Forster) anzustecken. Denn nur gemeinsam können sie ihre Freunde vor dem Schicksal bewahren, dass sie allesamt von den Bergens gefressen werden.

Sind 120 Millionen US-Dollar wirklich notwendig?

Das US-Filmstudio DreamWorks hat sich die Animation der Trolle ordentlich was kosten lassen. Insgesamt 120 Millionen US-Dollar sollen in die Produktion geflossen sein. Doch der Look von Trolls überzeugt trotzdem nicht. Die Landschaften, durch die das kleine Völkchen in den anderthalb Stunden Spielzeit spaziert, wirken immer recht eindimensional. Dass die Farben sehr satt und knallig sind, verstärkt nur den Eindruck. Hier gibt es keine Schatten, sondern nur Cupcakes und Regenbögen. Aber anscheinend wurde das fette Budget auch nicht für ein ausgefeiltes Drehbuch auf den Kopf gehauen. Denn die Geschichte ist so klein und flach wie nur möglich gehalten worden. Autsch.

Das ist was für Babys!

In Trolls gibt es keine Satire, keine Meta-Witze. Alles ist genau so, wie es auf den ersten Blick scheint. Ja, das ist einfach nur langweilig. Wenn wir verfolgen, wie die unangenehm überdrehte Poppy und ihr Kumpel Branch, einen Plan zur Befreiung des verschleppten Trolltrupps aushecken, geschieht alles immer mit einer Erklärung zu dem Geschehen – ganz so als könnten wir Zuschauer nicht mal bis drei zählen. Uns muss man anscheinend alles bis ins kleinste Detail erklären. Und wenn das gesprochene Wort nicht mehr ausreicht, wird gesungen. Sogar jede Menge. Die Eindeutschung der Gesangparts ist teils so platt, dass man sich am liebsten die Ohren zuhalten möchte. Sorry, Lena und Mark: Es liegt nicht an euch, es liegt an den schwachen Texten!

Die Trolls waren in den neunziger Jahren hip. Aber seitdem ist viel Zeit vergangen, zum Beispiel hat sich auch der Humor sehr verändert. Nur will der Animationsfilm partout nicht mit der Zeit gehen. Viel lieber müht man sich mit altbackenen Witzen und einer extrem schlichten Storyline ab. Dieser Stoff hätte nun wirklich nicht verfilmt werden müssen.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  01. März 2017    Worte  445
Permalink  http://www.farbensportlich.de/trolls/    Farbe  #76203b
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