Touch – Staffel 1

Veröffentlichung  03. Dezember 2012    Schöpfer  Tim Kring    Darsteller  Kiefer Sutherland  David Mazouz  Gugu Mbatha-Raw
Foto: 20th Century Fox Television
 IMDb-Wertung
Foto: 20th Century Fox Television

Der rote Faden des Glaubens

Unsere Leben stehen miteinander in Verbindung. Ob in der Gegenwart, Vergangenheit oder der Zukunft: die miteinander verknüpften Stränge können sich zwar dehnen, aber reißen werden sie nicht. Diese Erkenntnis eröffnete bereits das Regiegespann Tom Tykwer, Lana und Andy Wachowski in ihrem Epos Cloud Atlas. Ebenso philosophisch geht es in Touch zu, wobei man sich bei der Verbreitung der (Binsen-) Wahrheiten auf eine konstante Zeitebene festgelegt hat und das Beziehungsknäuel stets von allein einer Figur ausgehen lässt.

Nachdem Martin Bohms (Kiefer Sutherland, Melancholia) Ehefrau bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 ums Leben kam, gibt der ehemalige Journalist sein erfolgreiches wie einnehmendes Business-Leben auf, um nun für den gemeinsamen Sohn Jake (David Mazouz) voll und ganz da sein zu können. Damit ist er aber ziemlich überfordert. Im Besonderen da Jake aufgrund einer Mutismus-Erkrankung nicht spricht und der Vater seine Zeichen deuten kann. So kann es schon mal sein, dass der Junge wegläuft, mehrmals auf Strommasten klettert und nicht herunterkommen möchte oder auch mutwillig ein Polizeiauto zerstört. Schnell ist das Jugendamt alarmiert und will Jake aufgrund seiner Verhaltensauffälligkeiten unter seine Fittiche nehmen (seine Betreuerin Clea Hopkins wird gespielt von Gugu Mbatha-Raw, Larry Crowne). Doch der Vater hört nicht auf zu kämpfen. Er beginnt gerade erst, mit ein bisschen Hilfe von dem mysteriösen Arthur Teller (Danny Glover, Abgedreht), die verschlüsselten Botschaften seines Sohnes erkennen zu können und muss einsehen, dass Jake etwas sehr Besonderes ist. Denn scheinbar kann er die Zukunft sehen, diese verändern und die Welt somit ins Gleichgewicht bringen.

Ein Protagonist, der Menschen auf dem gesamten Globus zusammen bringt, ohne ein Wort zu reden. Das ist eine außergewöhnliche Idee, mit welcher sich Heroes-Schöpfer Tim Kring in Touch auseinandersetzt. In der 13 Folgen umfassenden Serie geht es, wie für den Serienerfinder typisch, in gewisser Weise um die Frage nach dem nächsten evolutionären Schritt, um Zahlen über Zahlen und darum wie man um Hilfe rufen kann, wenn der kosmische Schmerz (wie im Falle von Jake) zu schlägt. Speziell zum Serienauftakt bietet die Mischung aus persönlichen Schicksalsschlägen und dem vorsichtigen Versuch der Annäherung (à la Extrem laut und unglaublich nah) sowie unermesslichen, höheren Kräften viel Entwicklungspotential und auch zahlreiche Denkanstöße. Doch spätestens in der Mitte gibt es nur noch Stagnation mit einem übertrieben langen Einstieg voller Glückskeks-Weisheiten zu sehen. Die Charaktere sind zudem kaum wandlungsfähig, wiederholen sich ununterbrochen und außer Jake scheinen sowieso alle ein ordentliches Brett vor dem Kopf zu haben. Jedoch mimt Kiefer Sutherland den rund um die Uhr besorgten wie durchaus verletzlichen Vater mit so viel Einsatz wie einst bei der 6. Staffel von 24 als er als gebrochener Mann aus dem chinesischen Gefängnis befreit wurde. Auch Danny Glover ist ein echter Glücksgriff für die Sci-Fi-Serie. Er erschafft um seine Figur eine so geheimniskrämerische Aura, dass man trotz der oftmals unterirdisch idiotischen Dialoge noch ein paar weitere Episoden am Ball bleiben möchte, um gemeinsam mit ihm den traumwandlerischen Faden um die 36 Außerwählten immer und immer weiter zu spinnen. Und wer weiß, vielleicht ist ja etwas dran, an diesem Kleine-Welt-Phänomen.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  03. Dezember 2012    Worte  501
Permalink  http://www.farbensportlich.de/touch-1/    Farbe  #1b1014
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