The Social Network

 
Heimkino 13. Juli 2011
 
The Social Network
 

David Finchers The Social Network ist eine rasante Erzählung von großem Erfolg und noch größerer Missgunst. Allein die Einstiegsszene beläuft sich in dem Drehbuch auf geschlagene acht Seiten, die den Dialog zwischen dem zu der Zeit gerade mal 19-jährigen Harvard-Studenten Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) und seiner (naja Ex-) Freundin Erica Albright (Rooney Mara) zu einer gelungenen witzig-brillanten Einstimmung machen. Diese Schnelligkeit lässt die Story des Facebook-Erfinders und Milliardärs mit samt der trockenen Gerichtsprozesse gegen den einstigen Freund und Mitbegründer Eduardo Saverin (Andrew Garfield) sowie den Winklevoss-Zwillingen (Armie Hammer) zu einer Glanzleistung Finchers werden, der, nach solch einer ermüdenden Mystery-Geschichte wie es das 2008er Werk Der seltsame Fall des Benjamin Buttons war, so etwas bitter nötig hatte. Auch für den pausbäckigen Lockenkopf Jesse Eisenberg erweist sich der Charakter des egoistischen, aber nie ganz klar einschätzbaren Genies als goldrichtig. Nach Loser-Rollen, die er in Der Tintenfisch und der Wal oder Zombieland inne hatte, darf er endlich den smarten Typen mit dem losen Mundwerk verkörpern, der selbst mit Schlafanzug bei einem wichtigen Meeting einen hervorragenden Eindruck hinterlässt. Die musikalische Untermalung durch Trent Reznor (Nine Inch Nails) verleiht dem eh schon dunkel gehaltenen Zweistünder den letzten düsteren Schliff und rechtfertigt alle Male die vielen gewonnenen Preise.

 
202 Wörter von Hella, 311 Tage alt