Hört man von den Filmtitel The Mechanic und dazu auch noch von dem Hauptdarsteller Jason Statham (The Transporter, Crank), lässt dies nur auf beste Actionunterhaltung aus Hollywood schließen. Weit gefehlt ist diese Annahme nicht. In den 93 Minuten wird mit Explosionen nicht gegeizt, dem Zuschauer werden wilde Sexszenen serviert und dabei darf der Buddy an der Seite nie fehlen. Den Produzenten William Charthoff und David Winkler(beide auch als Produzenten von Rocky Balboa bekannt) war das Remake von dem Klassiker The Mechanic aus den 70er Jahren ein inneres Bedürfnis. Dabei wollten sie jedoch nicht plakativ wiederholen, sondern der Story mit Charakterdarstellern mehr Tiefe verleihen und das Genre des Actionfilms veredeln.
In der ersten Hälfte des Films rund um den Auftragskiller Arthur Bishop (Jason Statham) wird nur wenig gesprochen. Schon an dieser Stelle wird deutlich wie richtig man mit der Wahl des Schauspielers lag: eine solch durchsichtige und eindimensionale Story wie die von The Mechanic schreit förmlich nach solch einem Haudegen wie es Jason Statham ist. Was sich das Produzentenduo als starken Charakterschauspieler wünscht, ist nur ein Traum geblieben. Tiefe sucht man hier vergebens, denn selbst der Versuch einer Liebesgeschichte mit der schönen Sarah (das schwedische Model Mini Anden) wirkt hineingepresst in eine eigentlich so leere Story. Da hilft es auch nicht, dass Statham bei den Dreharbeiten wohl einiges an Witz an den Tag gelegt haben soll. Ein bisschen Humor hätte man sich gewünscht, stattdessen wird ab der zweiten Hälfte des Films nur noch gemetzelt was das Zeug hält. Wer hier wen umbringt, verschwimmt immer mehr oder ist schlichtweg unwichtig. Ausschlaggebend für die tiefschürfende Veränderung in dem Leben des harten Arthur Bishop – er möchte das lukrative Geschäft des Mordens an den Nagel hängen – ist der Auftragsmord an seinem guten Freund und Mentor Harry McKenna (Donald Sutherland). Ausgerechnet der Sohn, Steve McKenna (Ben Foster), wird daraufhin für das eiskalte Killergeschäft angelernt, zeigt sich fast freundschaftlich gegenüber Bishop und bringt dabei Emotionen ins Spiel, die dort nicht hingehören. Das Katz und Maus Spiel beginnt.
Der große Gewinner in diesem Film vom Regisseur Simon West (Con Air) ist Gegenspieler Ben Foster, der nicht ohne Grund schon für herausragende Leistung als Hauptdarsteller in The Messenger Preise einheimsen konnte. Sein schauspielerisches Talent verleiht The Mechanic ein Hauch von Tiefe, die sich die Macher so sehr gewünscht hatten. Doch am Ende reicht selbst das nicht aus. Nicht mal für einen guten Männerfilm und schon gar nicht als gelungenes Remake. Also lieber nochmal die Blu-Ray zu Crank besorgen und sich von dem Humor von Jason Statham an der richtigen Stelle überzeugen.