The Ides of March – Tage des Verrats

Veröffentlichung  24. Mai 2012    Regie  George Clooney    Darsteller  Ryan Gosling  George Clooney  Paul Giamatti  Philip Seymour Hoffman
Foto: Tobis Film
 IMDb-Wertung
Foto: Tobis Film

George Clooney rechnet ab

In der Regiearbeit The Ides of March – Tage des Verrats macht sich der Schwein-als-Haustier-Halter George Clooney (Michael Clayton) nicht nur die Mühe selbst als Protagonist mitzuwirken, sondern zerlegt in den 101 Minuten auch noch das komplette politische Establishment Amerikas ohne jegliche Schnörkeleien. Einer muss ja mal was sagen!

Der Gouverneur Mike Morris (George Clooney) hat das Ziel klar vor Augen: er möchte Präsident werden. Um den umfangreichen Wahlkampf für sich entscheiden zu können, hat er an seiner Seite ein äußerst loyales Team. Da ist zum einen der alte Hase Paul Zara (Philip Seymour Hoffman, Capote) und zum anderen, ihm untergeordnet im Demokraten-Trupp der engagierte Stephen Meyers (Ryan Gosling, Blue Valentine). Dieser glaubt felsenfest an jedes einzelne Wort, das Mike Morris von sich gibt. Doch als er einen Anruf von dem gegnerischen Wahlkampfmanager Tom Duffy (Paul Giamatti, Sideways) erhält, wird er neugierig und stimmt einem geheimen Treffen zu. Dass solch eine Zusammenkunft nicht ohne Folgen bleibt, wird der idealistische Meyers aber schnell feststellen müssen. Sein Glauben an das Gute im Menschen wird umso mehr getrübt als er von der Praktikantin Molly Stearns (Evan Rachel Wood, The Wrestler) erfährt, dass sich der Präsidentschaftskandidat mit ach so reiner Weste scheinbar an das junge Mädchen herangemacht und sie auch noch geschwängert haben soll.

Clooney hat in seiner Adaptation des Theaterstücks „Farragut North“ von Beau Willimon auf echte Pralinen der Hollywood-Szene zurückgegriffen, welche der soliden, aber nicht außergewöhnlich glanzvollen Story das gewisse Etwas verleihen können. Ob man sich den fies dreinschauenden und beim Zwiegespräch in der Kneipe mit der Wampe halb über den Tisch hängenden Paul Giamatti, den stets kurz vor dem Herzinfarkt stehenden Philip Seymour Hoffman oder eben schlichtweg die Großaufnahmen von Ryan Goslings Visage betrachtet: alles sitzt, die Augen funkeln – der Zuschauer kann da getrost mitgehen. Verrat, Betrug und einen doppelten Boden gibt es schließlich nicht nur in der Politik. Aber da findet man so etwas natürlich wie auf dem Silbertablett serviert. George Clooneys Vater kandidierte selbst vor einigen Jahren für den US-Kongress, Erfahrungen konnte Clooney-Junior dabei auch machen. Er lernte, dass eben nicht alles über das gute Denken geht, sondern manchmal auch die eine oder andere Million benötigt wird – von welcher Stelle auch immer. Und ja, in diesem Film wird im Besonderen anhand des Charakters von Evan Rachel Wood deutlich: Politik ist schlussendlich doch die schmutzigste Sache der Welt.

Everything that is mentioned in the play – and to a certain extent reflected in the movie – in terms of breaking laws, manipulating the democratic process, the backroom dealing, the power plays – all that’s true. It’s scary how much politicians will manipulate the process to get that brass ring of the highest office in the land. Playing by the rules of the game is not what gets you elected president. (Zitat vom Autor des Stücks Beau Willimon)