The Big C – Staffel 2

Veröffentlichung  16. Mai 2012    Schöpfer  Darlene Hunt    Darsteller  Laura Linney  Oliver Platt  John Benjamin Hickey  Hugh Dancy
Foto: Showtime Networks Inc.
 IMDb-Wertung
Foto: Showtime Networks Inc.

Cathy Jamison (Laura Linney, Die Geschwister Savage) hat Krebs in Stadium 4. So weit, so schrecklich. Wo sich Staffel 1 hauptsächlich damit auseinandersetzte wie die Lehrerin und Ehefrau mit Kind die hässliche Tatsache ihrer Familie und Verwandten bestmöglich beibringen könnte, sind in der folgenden Staffel nun die Verhältnisse geklärt.

Nach dem Selbstfindungsprozess wächst die Anspannung. Denn Dr. Todd Mauer (Reid Scott) offenbart der ewigen Optimistin, dass ihre Behandlung nicht angeschlagen hat und nun müssen neue Seiten aufgezogen werden. Unterstützt wird sie dabei mehr denn je von dem immer noch etwas tollpatschigen Paul (Oliver Platt, 2012) und auch an der Schule machte ihre Krankheit schnell die Runde, so dass man da nun mithilfe eines Verkaufs von zuckrigen Cupcakes seinen Beitrag leisten will. Es ist also Zeit für das Arrangieren.

2011 wurde Laura Linney für ihr Schauspiel in der 1. Staffel von The Big C einen Golden Globe verliehen. Dies erschien wie ein Ritterschlag für die Serie von Darlene Hunt, die es sich auf die Fahne geschrieben hatte einem ernsten Thema ohne Wenn und Aber einen humvorvollen Aspekt abzugewinnen. Nun steht Staffel 2 in den Regalen, Laura Linney guckt im Sportdress plus Sanduhr auf einen herab und dazu kitzeln die Worte „frisch, witzig und bezaubernd“ in der Nase. Doch so ganz möchte man den Lettern auf dem Cover diese Einschätzung nicht abnehmen. Vielmehr ist es so, dass sich Hunt auf den Gags des ersten Erfolges ausruht. Wo in der ersten Staffel noch der obdachlose, manisch-depressive Bruder Sean (John Benjamin Hickey, Die Entführung der U-Bahn Pelham 123) das Sahnehäubchen an ironisch-witziger Brillanz darstellte, zieht er nun gutbürgerlich in ein Haus mit seiner affektierten Arzneimittelvertreterin Rebecca (Cynthia Nixon, Sex And The City) zusammen. Fehlt nur noch das Baby. Wo Staffel 1 jegliche Klischees klug umschiffen konnte, tapst man jetzt freudig in jedes bereitstehende Fettnäpfchen hinein. Sohn Adam (Gabriel Basso, Super 8) versucht sich in sexuellen Experimenten, um dem häuslichen Kummer zu entkommen, Paul hätte gern Sex, will aber seine arme, krebskranke Frau nicht darum bitten und ansonsten ist auch immer wieder ein Scherz auf Kosten der schwergewichtigen Andrea (Gabourey Sidibe, Precious) angebracht. Oder etwa nicht? Die Frage scheint sich niemand gestellt zu haben als dann auch noch die Sexspielzeuge für den Mann in Nöten herausgeholt werden.

Fazit: Laura Linney tut wie immer mit ihrer besonnenen Art das Richtige, was aber nicht über die Schwächen (Klischees, Klischees, Klischees!) hinwegtäuschen kann. Unter anderem die Gastauftritte von Hugh Dancy (In guten Händen) sorgen auch für kleine Aufheiterungen, an dem sonst sehr trüben The Big C-Himmel. Sympathisch ist da kaum noch eine Figur und wirklich nette Momente hält man leider bis zu den letzten zwei Folgen zurück (die dafür aber auch alle Episoden überstrahlen können). Gegessen scheint am Ende noch nichts zu sein, denn Staffel 3 wartet schon in den Startlöchern.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  16. Mai 2012    Worte  462
Permalink  http://www.farbensportlich.de/the-big-c-2/    Farbe  #0e99cd
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