Take Me Home Tonight

 
Heimkino 07. September 2011
 
Take Me Home Tonight
 

Die Nacht ihres Lebens!

Amerika in den 80er Jahren. Die Jugend ist für Matt (Topher Grace, spielte Bösewicht Venom in Spider Man 3) und seinen besten Freund Barry (Dan Fogler, Tischtennis-Ass in Balls of Fury) vorbei, denn nun heisst es allmählich Verantwortung zu übernehmen. Vier Jahre nach seinem Einser-Schulabschluss kann Zahlenkünstler Matt zwar ein Studium am renommierten MIT vorweisen, im Gegensatz zu Barry jedoch keinen richtigen Job. Doch auch sein Glück währt nicht ewig und so wird dem Verkäufer für Luxusautos gekündigt. Matts Vater ist enttäuscht über die Art Lebenslauf, die sein Sohn als Mitarbeiter einer Videothek im Einkaufcenter anstrebt. Hoffnungslosigkeit macht sich breit – bis Matts Jugendliebe Tori (Teresa Palmer, hat jüngst in Ich bin Nummer Vier Schläge verteilt) in der Videothek vorbei schaut. Es ist wieder einmal um ihn geschehen. Um sie zu beeindrucken, mimt er erflogreich einen Wall-Street-Banker, der er wohlmöglich hätte werden können. Auf der jährlichen Labor Day Party (Anmerkung: Feiertag der Arbeiterbewegung) von Kyle (Chris Pratt), dem langjährigen Freund von Matts Zwillingsschwester Wendy (Anna Faris, aus der Scary Movie-Reihe), die im wirklichen Leben verheiratet sind, wird diese Lüge auf die Probe gestellt. Zunächst gelingt es Matt seine Angebetete von sich zu überzeugen, doch im Laufe des Abends werden er und Barry auf zahlreiche Proben gestellt. Beide müssen herausfinden was sie wollen und welche Bahnen ihre Leben nun einschlagen sollen. Ebenfalls mit dabei sind Lucy Punch, die sich wieder einmal in der Rolle der Besessenen zeigt (Bad Teacher, Dinner für Spinner) und Michelle Trachtenberg, bekannt aus Gossip Girl und Eurotrip.

Die Komödie Take Me Home Tonight, betitelt nach dem gleichnamigen Song von Eddie Money (erschien 1986 auf dem Album “ Can’t Hold Back“) tappt leider in die Falle, in die die meisten durchschnittlichen Komödie dieser Tage tappen. Sie versammelt eine Reihe interessanter Schauspieler, von denen noch keiner ein richtiger Star ist, doch weiß sie diese nicht wie z.B. The Hangover in Szene zu setzen. Natürlich geht es auch hier nicht ohne Zoten, Beleidigungen und Drogen. Die wenigen gut platzierten Lacher verschwinden zudem in einem Wust aus wilden Cuts und Szenenwechseln. Die 80er Jahre werden in Take Me Home Tonight auf ihre kitschige und aufgesetzte Wirkung reduziert. Dies kann man nur all zu gut in der großen Tanz-Szene des Films nachvollziehen, in welcher sich Barry ein ausgedehntes tänzerisches Duell mit einem Gast der Party liefert. Weiterhin werden die 80er durch hochtoupierte Föhnfrisuren und einem schwungvollen Revival-Soundtrack repräsentiert. Nur die Ausgangssituation, die alle Darsteller mit ihrer Zukunftsangst konfrontiert, ist nichts, was allein in den 80ern stattfand. Angehende Erwachsene werden sich immer an den Erwartungen ihrer Eltern messen lassen müssen. So bietet der Streifen, der am 13. Oktober auf DVD und Blu-ray erscheint, zwar keine nennenswerten Extras, aber doch genug für einen vergnüglichen Abend im Heimkino, um danach gleich neben Hot Tub – Der Whirlpool… ist ‘ ne verdammte Zeitmaschine! wegsortiert zu werden.

 
473 Wörter von David, 255 Tage alt