Suicide Squad

Veröffentlichung  18. August 2016    Regie  David Ayer    Darsteller  Will Smith  Viola Davis  Margot Robbie  Jared Leto
Foto: Warner Bros. Pictures Germany
 IMDb-Wertung
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Jokers Flamme Harley Quinn stiehlt allen die Show

Endlich bekommen auch die Bösewichte ihr eigenes Superheldenteam! Obwohl sie ja eher dazu gezwungen werden müssen die Welt zu retten. Denn ihre Mission gleicht vielmehr einem Selbstmordkommando.

Agentin Amanda Waller (Viola Davis) ist davon überzeugt, dass man übernatürliche Wesen nur mit ebensolchen bekämpfen kann. Einen weiteren Vorteil bringt es mit sich, wenn diese noch dazu Häftlinge sind: Man kann ihnen leicht die Schuld in die Schuhe schieben, falls etwas schief läuft. Also stellt sie ein Team mit den schlimmsten Übeltätern zusammen, um es mit einem mächtigen Hexen-Geschwisterpaar aufzunehmen. In den Kampf um Leben oder Tod ziehen unter anderem der Scharfschütze Deadshot (Will Smith), die schlägerschwingende Harley Quinn (Margot Robbie), der feuerspeiende El Diablo (Jay Hernandez), Captain Boomerang (Jai Courtney) mit seinem Wurfarm und das Krokodil-Wesen Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Ajbaje). Ihre fragwürdige Motivation: ein Mini-Sprengsatz, der ihnen in den Hals implantiert wurde.

Konsequent instabil

Über Sinn und Unsinn dieser Geschichte sollte man besser nicht zu lange grübeln. Viel wichtiger: Suicide Squad kann wirklich Spaß machen, wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung an den Film herangeht. Es lohnt sich zu wissen, dass der gesamte Film wie ein großer Pitch aufgebaut ist. Regisseur David Ayer (End of Watch) will uns den Schurkentrupp (und denkbare Fortsetzungen) um jeden Preis schmackhaft machen. Dafür nutz er schon mal die eine oder andere emotionale Rückblende und versucht seinen kampferprobten Protagonisten ein paar menschliche Facetten abzuringen. Auftragskiller Deadshot (Will Smith) ist nicht nur ein Künstler am Abzug, sondern auch liebender Vater einer jungen Tochter (die zum Glück bei der Mutter lebt). Und die ehemalige Psychiaterin Harley Quinn (Margot Robbie) war tatsächlich mal richtig gut in ihren Job, bis sie auf den geisteskranken Joker (Jared Leto) traf. Der hat in ihrem Kopf definitiv einiges durcheinander gerüttelt. Die instabile Quinn tritt nun mal gut gelaunt und kindisch, mal manipulativ und garstig auf. Dieser Wahnsinn, der viele Szenen von Suicide Squad prägt, ist das Herzstück des Films. Verständlicherweise hat es bei der Menge an Fieslingen nicht auch noch für ebenbürtige Gegner gereicht. Das von Enchantress (Cara Delevingne) geöffnete Portal in die Geisterwelt darf bestenfalls als Beschäftigungstherapie für die Chaotentruppe angesehen werden.

Ein Frontalangriff auf die Sinne

Während Marvel-Filme mehr und mehr gleich aussehen, nimmt sich DC die Freiheit heraus die Unterschiede in ihren Superhelden-Adaptionen herauszuarbeiten. Batman v Superman: Dawn of Justice war düster und bot keinerlei Platz für Humor. Suicide Squad gleicht dagegen einem Besuch auf dem Jahrmarkt der Skurrilitäten – angefangen bei den bunten Farbklecks-Visuals bis hin zum kreativen Einsatz von Musik. Von Kanye West (Hip Hop) über Skrillex (Elektro) bis Black Sabbath (Rock) werden tatsächlich alle nur vorstellbaren Genres gebraucht, um die Vielfalt der Charaktere zu unterstreichen. Oftmals dienen Textzeilen sogar als Eins-zu-eins-Beschreibung der Szene. Der Song Sympathy for the Devil von The Rolling Stones ertönt beispielsweise genau dann, wenn die Regierungsbeamtin Amanda Waller das Restaurant betritt, um einer Gruppe Anzugträger ihre „Task Force X“ schmackhaft zu machen. Sie darf getrost als der boshafteste aller Figuren angesehen werden. Abgesehen davon überstrahlt Margot Robbie alias Harley Quinn aber das gesamte Team, da sie als Joker-Fangirl die größte Bandbreite ihres Könnens zeigen kann und sich die Rolle ganz zu eigen gemacht hat. Wer braucht da schon den Joker selbst?

In Sachen Teamwork ist in Suicide Squad noch Luft nach oben. Irgendwie köchelt jeder der Superschurken doch sein eigenes Süppchen. Ein paar weniger Charaktere hätten für den Tiefgang ebenso Wunder bewirken können. Am Ende bietet der Film solides Actionkino und viele Gründe, die für einen Solo-Film von Margot Robbie in der Rolle von Harley Quinn sprechen.

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  18. August 2016    Worte  599
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