Stereo

Veröffentlichung  20. November 2014    Regie  Maximilian Erlenwein    Darsteller  Jürgen Vogel  Moritz Bleibtreu    Hinweis  Gesponserter Beitrag
Foto: Wild Bunch Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Wild Bunch Germany

Zwischen Illusion und Realität

Nach seinem Rückzug ins ländliche Idyll will Erik (Jürgen Vogel) einfach nur runter kommen und sich um seine Motorradwerkstatt kümmern. Die übrige Zeit verbringt er mit seiner neuen Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller) und deren kleiner Tochter – alles könnte so friedlich sein. Doch diese scheinbar heile Welt findet ein jähes Ende als der schräge Unbekannte Henry (Moritz Bleibtreu) in Eriks Leben eindringt. Wie ein Parasit lässt er sich nicht mehr abschütteln, provoziert und treibt Erik mit seiner zynischen Art an den Rand des Wahnsinns. Als dann auch noch weitere zwielichtige Gestalten auftauchen, droht sein Leben komplett aus den Fugen zu geraten. In die Ecke gedrängt, scheinbar ohne Ausweg, bleibt Erik schließlich nichts anderes übrig, als sich doch auf den geheimnisvollen Henry einzulassen. Kann man Henry trauen?

Nachdem Jürgen Vogel (Gnade) in Oskar Roehlers 2013er Film Quellen des Lebens den Vater von Moritz Bleibtreu (Nicht mein Tag) mimte, spielen die zwei deutschen Schauspielgrößen nun erstmals in der gleichen Zeitebene, Seite an Seite. Dass das so wahnsinnig gut geworden ist wie es klingt, liegt nicht zuletzt auch an dem Stereo-Regisseur und Drehbuchautor Maximilian Erlewein (Schwerkraft), der laut Vogel überhaupt „die Eier besaß“ die beiden Hochkaräter in ein und denselben Film zu stecken. Im Zusammenspiel mit- und nebeneinander beweisen sie so viel Sensibilität und dann wieder Derbheit, das dem vom deutschen Problemfilm gebeutelten Zuschauer das Herz aufgeht. Von Anfang an weiß Erlewein mit einer Mixtur aus hypnotisierenden Sound, spannungsgeladener Atmosphäre, detailverliebten Bildern und einer interessant doppelbödigen Geschichte zu begeistern. So verwundert es nicht, dass selbst so ein erfahrener Darsteller wie Jürgen Vogel das Drehbuch zu Stereo in Echtzeit verschlungen haben soll. Die Handlung des Thrillers weiß stets in seiner Mystik, Brutalität und Verschrobenheit mitzureißen. Stereo ist ein Trip. Eine Psycho-Achterbahnfahrt. Mit einem Kostenpunkt von gerade einmal 3 Millionen kann Maximilian Erlenwein Hollywood und seiner in jeglicher Hinsicht bekannten Übertriebenheit den Mittelfinger zeigen. Eine Gradwanderung zwischen Wahn und Wirklichkeit hat schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht und wirkte als deutsche Produktion noch nie so undeutsch.

Regisseur Maximilian Erlenwein schickt seine beiden Hauptdarsteller in berauschenden Bildern auf einen rasanten Leinwandtrip. Schau dir hier den Trailer an.