Star Wars: Episode 7 – Das Erwachen der Macht

Veröffentlichung  17. Dezember 2015    Regie  J.J. Abrams    Darsteller  Daisy Ridley  John Boyega  Adam Driver  BB-8  Harrison Ford
Foto: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Neustart der Saga

Packt die Lichtschwerter aus, der Kampf um die Galaxie geht in die nächste Runde! Regisseur J.J. Abrams (Lost, Star Trek) stellt eine neue Generation Sternenkrieger vor.

Alles beginnt mit der ikonischen Laufschrift im Weltraum: Nachdem die Rebellen zwar Darth Vader und seine Todessterne unschädlich machen konnten, formierte sich eine neue dunkle Bedrohung. Die sogenannte „Erste Ordnung“ strebt nach der Machtverschiebung in der Galaxie und seine Anführer stehen dem Schrecken von einst in Sachen Grausamkeit und Willkür in nichts nach. In „Das Erwachen der Macht“ konzentriert sich nun alles auf die Suche nach dem Aufenthaltsort des letzten verbliebenen Jedi-Ritters: Luke Skywalker (Mark Hamill). Er ist der einzige, der das Gleichgewicht der Macht wieder herstellen kann. Die Rebellen entsenden deshalb ihren besten Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac) auf den Planeten Jakku, um einen Hinweis auf seinen Verbleib aufzuspüren. Sein treuer Robo-Begleiter BB-8 (“gesprochen” von Bill Hader und Ben Schwartz) wird instruiert das Kartenfragment zu verwahren und in Sicherheit zu bringen, da Poe schließlich in Gefangenschaft gerät. Ein Stormtrooper mit Zweifeln an den Absichten der Ersten Ordnung verhilft Poe aber schon bald wieder zur Flucht, sein Name: FN-2187 (John Boyega) – später nur noch Finn genannt. Beide machen sich auf die Suche nach BB-8, der derweil auf die Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) gestoßen ist. Sie wurde von ihren Eltern getrennt und wartet seit Jahren auf Jakku auf deren Rückkehr. Nachdem Finn und Poe unter Beschuss geraten sind, stürzen sie mitten in der Wüste ab. Finn folgt den Wrackteilen, doch von Poe fehlt jede Spur. In der nächstgelegenen Stadt stößt er auf Rey und BB-8. Das Dreiergespann hat kaum Zeit sich kennenzulernen, da rückt bereits die Erste Ordnung an um an BB-8’s Informationen zu gelangen und den Deserteur unschädlich zu machen. Rey und Finn ahnen schnell, dass sie unfreiwillig in etwas Großes reingeraten sind. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Luke Skywalker und werden dabei von Bösewicht Kylo Ren (Adam Driver) und seinen Gefolgsleuten nie aus den Augen gelassen.

In einer weit entfernten Galaxie

Die Marketingabteilung beim Mutterkonzern Disney ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sich bei Star Wars: Das Erwachen der Macht um eine direkte Fortsetzung zur Kult-Trilogie (1977 bis 1983) handelt. Etwa 30 Jahre sind vergangen, seit die Spitze des Imperiums von den Rebellen gestürzt wurde. Die Verantwortung für die angemessene Weitererzählung der Sternenkrieg-Saga fiel zum ersten Mal nicht dem Ideengeber George Lucas zu, sondern Lost-Schöpfer J.J. Abrams. Der Filemacher ist bekannt für seine aufwendigen Blockbuster mit Hang zum Retro-Look (siehe Star Trek und Super 8). Lucas’ Erbe nahm er sich mit größtmöglichem Respekt an. Noch bevor das Drehbuch stand, war die wichtigste Überlegung welche Gefühle er bei den Zuschauern erzeugen will. Es ging ihm vor allem darum eine „genussvolle“ Fortsetzung zu kreieren, die sowohl alten als auch neuen Fans genügen würde. Dieser Anspruch ist ihm voll und ganz gelungen. Denn tatsächlich funktioniert der siebte Teil ganz ohne Vorwissen. Die Zuschauer können – genau wie viele der neuen Figuren im Film – alles zum ersten Mal erleben und sich dennoch in dieser eigentlich so fremden Welt zurecht finden. Zwar sind auch wieder alte Bekannte wie Han Solo (Harrison Ford), Prinzessin Leia (Carrie Fisher) und Chewbacca mit von der Partie, jedoch nur um die Handlung formvollendet mit den zurückliegenden Ereignissen zu verknüpfen.

Science Reality

Mit seiner Neuauflage trifft Regisseur J.J. Abrams den Zeitgeist. Star Wars: Das Erwachen der Macht erzählt eine Geschichte von der Suche nach Ordnung in chaotischen Zeiten. Neben schicksalhaften Prophezeiungen sowie dem Kampf zwischen Gut und Böse überzeugt Abrams auch damit eine junge Britin als neuen Frontrunner der Saga besetzt zu haben. Daisy Ridley wurde direkt von Englands Theaterbühnen weggecastet, obwohl sie zuvor noch nie eine Hauptrolle gespielt hat, geschweige denn länger als drei Wochen vor der Kamera stand (die Dreharbeiten für den siebten Star Wars-Teil dauerten ganze sechs Monate an). In einem Interview berichtete Ridley außerdem, wie sehr es ihr geholfen habe kaum Greenscreen-Szenen drehen zu müssen und dass sie sich dafür ganz und gar in realen Sets austoben durfte. Und eben diese Realitätsnähe macht den siebten Teil auch wieder so besonders. Für die Wüsten-Szenen auf dem Planeten Jakku reiste die Crew zum Beispiel nach Abu Dhabi und für die Flugszenen im Millenium Falken stand sogar eine echte Raumschiffkulisse bereit. Mit dem rollenden Droiden BB-8 stellt sich ein weiterer sympathischer Zeitgenosse in den Mittelpunkt, der nicht animiert werden musste. Dank Gyroskop-Technik hält sich selbst in den brenzligsten Situationen sein aufgeweckter Kopf oben.

Gleichgewicht der Macht

Wenn man eines aus Star Wars: Das Erwachen der Macht mitnehmen kann, dann dass es das Gute ohne das Böse nicht geben kann. Zwischen beiden Seiten besteht ein beständiger Austausch und wer heute gut ist, kann morgen böse sein – und anders herum. Der neue Star Wars-Film kann als perfekter Einstieg in eine Welt voller phantastischer Wesen, starker Charaktere und großer Kämpfe gesehen werden. Episode VII zeichnet sich aber auch durch viel Humor aus. Dafür sorgen vor allem die an sich unverständlichen Wesen wie Chewbacca, dessen Röhren immer etwas anderes bedeutet (und von Finn beständig falsch interpretiert wird) oder der kugelrunde BB-8, der bei einem turbulenten Flugmanöver gar nicht weiß wohin mit sich, da er sich aufgrund seiner Form nirgends festhalten kann. Zahlreiche Details und Verweise an die erste Trilogie lassen außerdem das Fan-Herz höher schlagen.

J.J. Abrams macht Star Wars fit für die Gegenwart: Neue Helden und eine neue Bedrohung legen den Grundstein für eine aufgepeppte Trilogie. Das Erwachen der Macht ist actionreiches Popcorn-Kino mit schwindelerregenden Flugeinlagen, stylischen Lichtschwertkämpfen und den Kinostars von morgen.

Hier findest du unsere Review zu Episode 1.