Source Code

Veröffentlichung  02. Juni 2011    Regie  Duncan Jones    Darsteller  Jake Gyllenhaal  Michelle Monaghan  Vera Farmiga  Jeffrey Wright
Foto: SND
 IMDb-Wertung
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Everything’s gonna be okay

Ein verwirrendes Motto für einen Film, der den Zuschauer mithilfe einer gewaltigen Explosion zu Beginn ins bitterkalte Wasser wirft. Irreführend scheint überhaupt das passende Stichwort für den Regisseur Duncan Jones zu sein. Brillierte der David Bowie Sohn bereits 2009 mit seinem dramatischen Sci-Fi Debüt Moon, kann Source Code leichtfüßig an den vorangegangen Erfolg anknüpfen. Wieder einmal wartet auf den Kinogänger eine überaus ausgeklügelte und spannende Sci-Fi Story samt überaschender Wendungen und einem Hauptdarsteller, der an seine Grenzen geht.

Bei einem Attentat auf einen Personenzug kommen hunderte unschuldige Insassen durch das grenzenlose Flammeninferno ums Leben. Und dies ist erst der Anfang einer ganzen Terrorserie. Die einzige Person, die diese Anschläge aufhalten kann, ist Helikopterpilot Colter Stevens (Jake Gyllenhaal). Mittels einer revolutionären Technik namens Source Code kann er für acht Minuten in die Zeit kurz vor der tödlichen Detonation versetzt werden, indem er den Körper eines im Zug mitfahrenden Lehrers annimmt. Mithilfe der lieblichen Christina (Michelle Monaghan) muss er im Folgenden den Bombenleger samt Sprengsatz finden und die Entschärfung vornehmen. Kein leichtes Unterfangen, im Besonderen da sich seine vermeintlichen Vorgesetzten (Vera Farmiga, Jeffrey Wright) als äußerst mysteriös darstellen.

Wie lang acht Minuten sein können, zeigt Source Code dem Zuschauer in allen erdenklichen Varianten und immer auch mit einem Hang zu den kleinen humoristischen Momenten. Gyllenhaal erstrahlt in Höchstform. Überhaupt möchte man ihm die Hand schütteln und dazu gratulieren, dass er Duncan Jones mit an Bord des erfrischend unabsehbaren Films gezogen hat. Die Gründe für die Wahl des Regisseurs liegen auf der Hand:

Er nutzte den limitierten Schauplatz und Sam Rockwell als einzigen Schauspieler in Moon so wunderbar, dass keine Zweifel an seiner meisterhaften Beherrschung der Filmsprache besteht.

In der Tat kommt das Neuwerk von Jones ein weiteres Mal mit erstaunlich wenig Raum aus. Dies führt zu keiner Zeit zur visuellen Ermüdung oder Klaustrophobie. Source Code ist vielmehr pulsierend. Denn obwohl das Springen in verschiedene Realitätsebenen bereits durch Kassenschlager wie Inception zu einer verständlichen Metapher des Geschichtenerzählens geworden ist, steht der Mund am Ende der anderthalb Stunden Zugfahrt wieder einmal ganz weit offen. Nicht zuletzt weil Jones eine gelungene Mischung aus Action, Sci-Fi, Humor und Romantik samt hochkarätiger Besetzung präsentiert und dem Zuschauer aufzeigt wie kostbar jede einzelne Sekunde des Lebens ist.