Skrillex “Bangarang”

Veröffentlichung  27. Januar 2012
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Sonny Moore ist nicht die Bohne an der Publikation eines Albums von seinem Dubstep-Projekt Skrillex interessiert. Ob die Leute ihn nun mögen oder nicht, oder wo genau seine Musik einsortiert wird, lässt den schmächtigen 24-jährigen höchstens gelangweilt mit den Schultern zucken. Das einzige, was zählt, ist die Musik an sich. Und an der arbeitet er Tag und Nacht, unterwegs oder in seiner Heimatstadt Los Angeles.

So kann die EP Bangarang als eine ganz besondere Nettigkeit für die Hörerschaft angesehen werden. Denn immerhin wird mit 7 Stücken und einer Gesamtlänge von 30 Minuten und 15 Sekunden fast schon so etwas wie ein Albumgefühl von Skrillex vermittelt. Doch alles ist daran noch lange nicht gut. Zwar beginnt die EP mit „Right In“ sehr stark, kann sich sogar durch eine Zusammenarbeit mit The Doors in „Breakn‘ A Sweat“ steigern, um jedoch ganz zum Schluss noch einmal alles kaputt zu machen mit dem überaus schnarchigen Song „Summit“ (feat. Ellie Goulding). Spätestens an diesem Punkt kann man nachvollziehen weshalb Moore von so vielen Seiten vorgeworfen wird, dass er das Genre des Dubstep ganz gehörig in den Dreck gezogen hat. Immerhin produzierte er bereits fröhlich Acts wie Lady Gaga und Bruno Mars. Man kommt fast nicht umhin einen gewissen Zwiespalt zu entwickeln. Auf der einen Seite steht da diese in dichte Bässe und wildes Geschrei umgesetzte Manie und dann macht sich der extreme Umschwung in abgekühlte Mainstream-Gefilde wie im eben genannten Stück „Summit“ wohlig breit und lässt einen etwas fragend zurück. Moore möchte kein Album veröffentlichen, dass eine Fülle von Unausgegorenheiten enthält. Aber Bangarang zeigt sich auch widerspenstig gegenüber der nahezu greifbaren Homogenität.

Genau diese musikalische Zerrissenheit zeichnet den Künstler aus und brachte ihm schließlich auch die fünf Grammy-Nominierungen (z.B. in der Kategorie „Best New Artist“ und „Best Dance Recording“ für die 2011er EP Scary Monsters And Nice Sprites) ein. Vom Sänger in der Screamo-Band From First To Last hin zum Hersteller der leichten Verbindungsparty-Musik. Vor so viel Mut muss man sich einfach verbeugen. So auch geschehen mithilfe der Dokumentation „Re:Generation“ von dem Regisseur Amir Bar-Lev. Bei dieser werden Skrillex, Mark Ronson, DJ Premier, Pretty Lights, Erykah Badu, NAS, u.a. dabei begleitet wie sie sich an spannenden Genre-Kreuzungen versuchen (wie beispielsweise der Song „Breakn‘ A Sweat“ aufzeigt). Live kann man sich dann im Februar eine Meinung zu dem neuen und ansehnlich aufgekratzten Sound von Skrillex bilden.

23.02. Hamburg, Alstderdorfer Sporthalle
24.02. Berlin, Columbiahalle
25.02. Köln, E-Werk
26.02. Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle
27.02. München, Zenith
28.02. Frankfurt, Cocoon Club

 

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Rubrik  Album    Autor      Datum  26. Januar 2012    Worte  403
Permalink  http://www.farbensportlich.de/skrillex-bangarang/    Farbe  #e4c230
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