Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen

Veröffentlichung  11. Oktober 2013    Regie  Steven Soderbergh    Darsteller  Rooney Mara  Jude Law   Channing Tatum  Catherine Zeta-Jones
Foto: ARP Sélection
 IMDb-Wertung
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Ein undurchsichtiger Fall

Emily (Rooney Mara, Verblendung) und Martin (Channing Tatum, Magic Mike) sind ein junges und sogar recht vermögendes Paar. Doch als die Zwei frisch verheiratet sind, muss Martin plötzlich wegen Insiderhandels ins Gefängnis. Zurück bleibt Emily, welcher ganz und gar der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Ohne finanziellen Rückhalt muss sie in eine kleine Wohnung ziehen, Freunde wenden sich von ihr ab und sie verfällt immer mehr in Depressionen und Angstzustände. Dies hält selbst nach der Entlassung von Martin, vier Jahre später, noch an. Als Emily sich schließlich versucht das Leben zu nehmen, wird sie in letzter Hoffnung Patientin von dem vielbeschäftigten Psychiater Dr. Jonathan Banks (Jude Law, Contagion). Schnell stellt sich heraus, dass er mit der jungen Frau einen besonders einnehmenden Fall zu knacken hat, weshalb er auch die frühere Psychiaterin (Catherine Zeta-Jones, Chicago) kontaktiert, um gemeinsam nach medizinischen Therapiemöglichkeiten zu suchen. Als das auserwählte Medikament jedoch unvorhergesehene Nebenwirkungen zeigt und sich mit einem Mal ein weitaus größeres Problem vor ihnen aufbaut, setzt Banks alles in Bewegung, um seinen guten Ruf wieder herzustellen.

Dieser Film beleuchtet, wo Realität endet und Geisteskrankheit beginnt. (Dr. Sasha Bardey, Koproduzent und technischer Berater)

In Steven Soderberghs Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen weiß man als Zuschauer nie so genau, ob man einer gut verpackten Lüge erliegt oder dabei ist ein großes Geheimnis zu lüften. Die Geschichte des Psycho-Thrillers stellt sich neben der rundum soliden darstellerischen Leistung so einnahmend dar, weil hinter all dem eine umfassende Recherche steht. Bereits vor zehn Jahren führten den Drehbuchautor Scott Z. Burns (Contagion) erste Nachforschungen in eine New Yorker Psychiatrie, wo er in Kontakt zu kriminellen sowie stark unsozialen Patienten trat. Das Potential der Thematik spitzte sich zu als er herausfand, dass es, neben unzähligen Delikten von unter Antidepressiva stehenden Menschen, sogar schon Psychiater gab, die ihre Patienten für illegale Zwecke missbrauchen wollten. Auch der 106-Minüter besticht durch Wendungen, die selbst bei leichter Vorahnung noch überraschen können. Soderbergh verzichtet zudem auf eine allzu in die Handlung eingreifende Einfärbung des Filmes (wie das Gelb in Contagion oder u.a. das Blau in Haywire). Zugleich muss man jedoch nicht die typisch nüchterne Erzählweise des Regisseurs missen, die an einen objektiven Bericht zu einer Fallstudie erinnert. Emotionale Ausschmückungen werden gering gehalten, was die Spannungskurve des komplexen Falles von der unter Angstzuständen leidenden Emily noch erhöhen kann.