Scream 4

 
Kino 02. Mai 2011
 
Scream 4
 

Der Horror kehrt nach ganzen elf Jahren zurück! Und ist irrwitziger denn je!

Nachdem sich Saw mit seinen vielen Fortsetzungen langsam aber sicher erschöpft hat und auch Scary Movie bei vier Filmen und dutzenden Ablegern nur wenig glänzte, folgt nach der 90er-Jahre Scream-Trilogie nun ein Neuanfang, der äußerst selbstironisch auf eine ganze Dekade des Grauens zurückblickt. So erklärte sich Neve Campbell abermals bereit als das gequälte Opfer Sidney Prescott aufzutreten, in dem sie in die Kleinstadt Woodsboro nach Jahren wieder einkehrt. Vor Ort möchte sie für ihren Bestseller über die Verarbeitung des vergangenen Traumata werben. Da es sich bei ihrem Besuch auch noch um den Jahrestag der Morde handelt, ist dies Anlass genug für eine Rückkehr von Ghostface. Der Horror nimmt durch neue Morde von Highschool-Schönheiten seinen Lauf und lehrt mit ganz neuen Regeln den Bürgern das Gruseln. Nicht nur Sheriff Dewey Riley (ein weiterer Überlebender, gespielt von David Arquette) fragt sich, wer hinter der bekannten Maske steckt. Auch der schulische Filmclub (mit u.a. Rory Culkin) ist angestachelt mehr über den psychotischen Serienkiller zu erfahren. Nicht zuletzt wittert selbst die Polizistenfrau – und dritte im Bunde der Überlebenden der früheren Morde – Gale Weathers (Courteney Cox), die große Story für sich als Journalistin.

Der Schöpfer der Scream-Reihe, Wes Craven, spart nicht an Pointen, Insider-Witzen und niedlichen Jungschauspielerinnen (Emma Roberts, Hayden Panettiere, Marielle Jaffe). Doch vielmehr soll nicht verraten werden, ist doch der große Pluspunkt des blutigen Sequels, das immer wieder bitterböse Überraschungen und schockierende Wendungen auf den Zuschauer einprasseln. Ungeachtet dessen wird es wohl von Scream 4 vorerst keine Weiterführung geben, obwohl Craven sich eine neue Trilogie in der Tat vorstellen konnte. Nur rentiert sich dies einfach nicht mehr. Der Horrorstreifen fuhr in Amerika lediglich 31 Millionen in den ersten zehn Tagen ein, was weniger an der Qualität als an dem Aus der Fortsetzungen im Horror-Genre liegt. Es ist höchstens noch mit einem weiteren Teil in ferner Zukunft zu rechnen, der dann aber ausschließlich auf DVD erscheinen wird. Zurück bleibt ein durch und durch solides Kino-Erlebnis, wo man bis zum Schluss freudig miträtselt, wer denn nun eigentlich der überaus kreative Woodsboro-Mörder sein könnte.

 
351 Wörter von Hella, 382 Tage alt