Sanctum

 
Kino 25. März 2011
 
Sanctum
 

Unterirdische Hohlengewölbe und Tauchgänge ins Ungewisse

Ein Sanctum ist ein Allerheiligstes. Der gleichnamige Film spielt im Titel auf die monumentalen unterirdischen und bisher noch unerforschten Höhlen an, die es auf der Erde gibt. Einschlüsse so groß wie Kathedralen und Räume, die sich bis ins unendliche Dunkel des Wassers erstrecken, wecken tatsächlich Erinnerungen an selbige religiöse Vorbilder.

Die Geschichte von Sanctum ist inspiriert durch eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1988, als der ausführende Produzent und Höhlenforscher Andrew Wight mit seinem Team ein weitabgelegenes und versteckt liegendes Höhlengeflecht erforschen wollte. Als draußen ein gewaltiger Sturm den Höhleneingang zusammenbrechen ließ, schloss das Unglück fünfzehn Menschen tief unter der Erde ein. Damals konnten alle Beteiligten durch eine beispiellose Rettungsmission befreit werden. Wight, geprägt von dieser unauslöschlichen Erfahrung, entwickelte daraufhin gemeinsam mit seinem langjährigen Kollegen und 3D-Experten James Cameron die Geschichte zum Film Sanctum.

Eine Gruppe rund um den erfahrenen Höhlenforscher Frank McGuire (Richard Roxburgh), seinem 17-jährigen Sohn Josh (Rhys Wakefield) und dem Milliardär und Sponsor Carl Hurley (Ioan Gruffudd) macht sich auf den Weg in eines der schönsten, weitgehend unerforschten und schwer zugänglichsten Höhlenlabyrinthe der Welt. Als ein Sturm droht die gesamte Höhlenanlage zu fluten, gibt es für sie nur einen Weg: weiter rein. Sie versuchen dem unterirdischen Fluss bis zum vermuteten Durchgang zum Meer zu folgen. Dabei stellt sie die Natur auf eine harte Probe. Erdrückende Engen, Atemnot, Ertrinken, Kälte, Tod. Für Sanctum muss man hart im Nehmen sein, denn die Höhle ist rücksichtlos und kann binnen Sekunden zur hoffnungslosen Falle werden. Eine furchterregende Ausweglosigkeit macht sich mehr als einmal breit. Nebenbei untersucht das Drehbuch wie menschliche Beziehungen in Ausnahmesituationen wachsen können und wie zerbrechlich sie sind, wenn die Beteiligten gegen die Natur um das Überleben kämpfen.

Der von James Cameron mitproduzierte Film Sanctum besticht mit tollen 3D-Einstellungen und vielen beeindruckenden Unterwasseraufnahmen. Die Dialoge sind größtenteils nicht ernst zu nehmen, da Konflikte in fragwürdigen Situationen thematisiert werden (bspw. Vater–Sohn–Konflikt), die oft unpassend und daher unfreiwillig komisch erscheinen. Trotzdem präsentiert sich Sanctum als nervenzerreibendes Abenteuer. Zuschauern mit schwachem Nervenkostüm sei empfohlen Augen und Ohren des Öfteren von der Leinwand abzuwenden. Immerhin scheint der Mannschaft das Essen nie auszugehen.

 
345 Wörter von David, 421 Tage alt