Royal Pains – Staffel 1

Veröffentlichung  18. August 2011    Schöpfer  Andrew Lenchewski  John P. Rogers    Darsteller  Mark Feuerstein  Paulo Costanzo
Foto: USA Network Inc.
 IMDb-Wertung
Foto: USA Network Inc.

Ein Arzt für die Schönen und Reichen

Dr. Hank Lawson (Mark Feuerstein) ist ein Mensch, der sich stets für das Gute einsetzt und hilft wo er nur kann. Als Arzt in New York fehlt es ihm an nichts, sein Job in der Notaufnahme ist gut bezahlt und er bewohnt mit seiner Verlobten ein schickes Appartment. Doch dann dreht sich sein Leben um 180 Grad. Die Entscheidung einen sichergeglaubten milliardenschweren Patienten in der Notaufnahme zugunsten eines verunglückten jungen Baskettballspielers zu vernachlässigen, kommt ihn teuer zu stehen. Denn während er den Jungen retten kann, stirbt der Alte. Diese zwar medizinisch richtige, aber krankenhauspolitisch falsche Entscheidung ist Grund genug, dass Hank entlassen wird. Dieser will sich nun einen Monat Zeit nehmen, um eine neue Anstellung für sich zu finden. Als aber auch das wegen seiner schlechten Reputation nicht klappt, hilft nur ein von seinem Bruder Evan (Paulo Costanzo) angeleierter Ausflug in die Hamptons um den Kopf frei zu bekommen. Dass das die beste Entscheidung seines Lebens sein wird, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Denn in den Hamptons, als ein Ort wo die reichen “Stadtläuse” ihren Urlaub verbringen, fällt ihm ein ertragsstarkes Geschäftmodell in die Hände.

Als er zufällig einer jungen Frau das Leben rettet, macht er die betuchte Upperclass auf sich aufmerksam. Seine Diskretion wird ihm hoch angerechnet und der gutmütige Hank macht sich in den angesehenen Kreisen einen Namen als fähiger Arzt. Daraufhin drängt ihn sein vorlauter Bruder und späterer Finanzchef dazu als Exklusivarzt die Stadt hinter sich zu lassen und in den Hamptons neu anzufangen. Hank stimmt zu. Doch unter seinen Bedingungen, denn er lässt sich nicht auf der Nase herumtanzen. Das bringt ihm bei den richtigen Leuten Respekt. Er behält weiterhin seine erfrischend positive Lebenseinstellung und schafft es als eine Art gutherziger Robin Hood für alle Menschen da zu sein, die seine Hilfe brauchen, egal ob arm oder reich, jung oder alt. Da seine Behandlungsmethoden den Umständen entsprechend oft improvisiert sind, seine Diagnosen aber stets ins Schwarze treffen, spricht sich seine Arbeitleistung schnell rum. Dem neugegründeten Familienunternehmen tritt schon bald die genauso ambitionierte wie smarte Divya (Reshma Shetty) bei, die als Hank-Meds ortskundige Assistentin jedes medizinische Equipment im Handumdrehen besorgen kann. Und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Denn Hank lernt Jill (Jill Flint) kennen, die als Chefin des Hamptons Heritage Hospitals das ehrenwerte Ziel verfolgt auch für die nicht reiche Bevölkerung eine angemessene medizinische Versorgung zu gewährleisten. Da ist das Reibungspotential zwischen einem Exklusivarzt der Reichen und einer Krankenhauschefin, die sich dem Allgemeinwohl verschrieben hat, bereits vorprogrammiert.

Mit dem ersten Klingeln in der Kasse nimmt Royal Pains richtig Fahrt auf. Denn die ganze Insel, vom einflussreichen Geschäftsmann bis zur Charity-Dame von nebenan, scheint sich jeder nach einem Exklusivarzt gesehnt zu haben. Die erste Staffel ist ein schmackhafter Appetizer – bis zur Hauptspeise fehlt nicht mehr viel. Die Serie bietet eine erholsame Abwechslung zu den typischen Ärzteserien und punktet durch sein ungewöhnliches Setting. Denn die Fälle spielen nicht etwa im Krankenhaus, sondern direkt vor Ort – auf Partys oder gar einer abgelegenen Insel. Die Geschichten bestehen dabei zu einem ausgewogenen Verhältnis aus medizinischen Notfällen und persönlichen Ereignissen. Die Story erhält so einen spannenden roten Faden, für den es sich lohnt die dreizehn je 42 minütigen Episoden anzuschauen. So macht Royal Pains gerade wegen der mit einem Augenzwinkern dargestellten Upperclass (mit ihren Polohemden in allen Farbnuancen) Spaß. Doch ist das zweifelsohne nicht dem Humor geschuldet, der das größte Problem der in Amerika bereits erfolgreichen Serie darstellt. Denn Royal Pains ist einfach nicht lustig – was an sich nicht schlimm wäre, wenn sie es nicht ständig mit einfallslosen Sprüchen genau darauf anlegen würden. Das geht nicht gut. Zu oft versanden die lustig gemeinten Dialoge im Nirgendwo. Weitaus besser klappt es mit den bodenständigeren und dadurch ernstzunehmenderen Passagen, die das eigentliche Potential ausmachen. So trübt der fade Humor zwar etwas den Grundcharakter der Serie, aber die Geschichten reißen das wieder heraus. Denn es gilt herauszufinden wie es sich der Vater mit den beiden Lawson-Brüdern verscherzt hat, welche schillernden Personen noch so in ihr Leben treten und welche Erkrankung Hanks geheimnisvoller Mäzen Boris (Campbell Scott) verschweigt.