What the Fuck heißt REDIRECTED?

Veröffentlichung  07. Mai 2015    Regie  Emilis Velyvis    Darsteller  Vinnie Jones  Scot Williams  Gil Darnell
Foto: FilmConfect
 IMDb-Wertung
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Chaotische Zeiten in Litauen

Umständlicher Titel, aber einfache Geschichte: Ein Typ hat den übelsten Trip seines Lebens. Und Regisseur und Autor Emilis Velyvis will nun, dass der Zuschauer mindestens genauso ungläubig das brutal-skurrile Geschehen verfolgt wie der Protagonist selbst.

Eigentlich läuft für Michael (Scot Williams) im Augenblick alles wie geschmiert. Er ist einfach rundum glücklich und zufrieden. Um sein Leben in London noch perfekter zu machen, bleibt ihm nur noch übrig seine Freundin darum zu bitten seine Frau zu werden. Doch bei What the Fuck heißt REDIRECTED? handelt es sich nicht etwa um eine sanfte Kuschel-Komödie à la Eine wie keine. Sondern vor allem geht es hier um schlechtes Timing. Dieses beweisen nämlich seine drei Freunde John (Gil Darnell), Ben (Anthony Strachan) und Tim (Oliver Jackson) als sie ihn just an dem Höhepunkt seiner Existenz in eine wirklich dumme Sache hineinziehen. Die drei Gangster benutzen schließlich ihren nichtsahnenden Kumpel als Fluchtwagenfahrer bei einem Casino-Raub. Doch was darauf folgt, ist an Pech nicht zu übertreffen. Als sie sich nach der Gelderbeutung mit einem Flugzeug nach Malaysia absetzen wollen, kommen sie unglücklicherweise nur bis Litauen. Wobei der noch immer überrumpelte Michael überhaupt keinen Plan hat, was ihm hier eigentlich passiert. Denn plötzlich irrt er ohne Freunde, aber dafür mit jeder Menge Kriminellen (auch mit dabei: Vinnie Jones) und Blut am Körper durch litauische Gefilde.

Ein Film ganz nach britischem Vorbild

Der Litaue Emilis Velyvis macht in seinem dritten Spielfilm keinen Hehl daraus, dass er großer Fan von Guy Ritchie ist. Denn genau von dessen britischem Humor hat er sich eine große Scheibe abgeschnitten. Aber damit nicht genug: Mit Vinnie Jones hat er sich gleich auch einen Schauspieler unter den Nagel gerissen, der mit Ritchie schon mehrmalig zusammenarbeitete. In Bube Dame König grAS mimte er den schrägen Typen Big Chris. In Snatch – Schweine und Diamanten war er Bullet-Tooth Tony. Bei diesem 99-minütigen Krimi-Streifen von Velyvis ist er jetzt ein eiskalter Ganove, mit dem ebenso komischen Namen Golden Pole. Wenn sich die Parallelen als so offensichtig erweisen, muss sich das neuere Werk aber auch mit dem Idol messen lassen.

Ein Schuss in den Ofen

Emilis Velyvis scheitert leider kläglich an seinem Versuch einen ähnlich rasanten wie wortwitzigen Film zu drehen wie vor ihm Guy Ritchie oder beispielsweise auch Quentin Tarantino (siehe Pulp Fiction). Die Gags rutschen flach unter den Türspalten hindurch, die Klischee-Quote ist hoch und schmerzt beim Anblick mehr als die Gewaltausbrüche der absurden Schlägercharaktere in What the Fuck heißt REDIRECTED?. Velyvis schickt zwar den Betrachter von London nach Litauen, um auch ein bisschen Culture-Clash mit in seine Gangster-Geschichte zu mischen – aber letztlich stößt er vor allem mit billigen Vorurteilen über Osteuropa vor den Kopf.

In Litauen kam die schwarzhumorige Genre-Mixtur bereits im Jahr 2014 heraus und das Publikum zeigte sich begeistert davon. Die britisch-litauische Co-Produktion brach dort sogar den Einnahmenrekord. Doch auf dem deutschen Markt wird es der Film um einiges schwerer haben. Der Grund: Handlung und Humor gestalten sich im Laufe der Zeit einfach als zu verquer, um noch als wirklich lustig durchzugehen. Ein Teil mag dabei sicherlich auch der deutschen Übersetzung geschuldet sein. Aber insgesamt ist What the Fuck heißt REDIRECTED? schlussendlich zu unausgegoren, um in der Liga der ganz Großen mitspielen zu können.