Red Dawn

Veröffentlichung  18. Mai 2013    Regie  Dan Bradley    Darsteller  Chris Hemsworth  Josh Peck  Josh Hutcherson
Foto: Concorde Filmverleih GmbH
 IMDb-Wertung
Foto: Concorde Filmverleih GmbH

Ihr habt euch mit der falschen Familie angelegt!

Eine Gruppe Halbstarker versucht ihre amerikanische Kleinstadt vor der Invasion nordkoreanischer Soldaten zu beschützen.

Filmemacher Dan Bradley, der in den letzten 10 Jahren in Hollywood als Stuntkoordinator und Second-Unit-Director für Produktionen wie James Bond 007: Ein Quantum Trost und Das Bourne Vermächtnis arbeitete, veröffentlicht sein inszenatorisch gelungenes aber inhaltlich schwammiges Regiedebüt. Was komisch ist, denn wenn man sich schon an die 1984er-Filmvorlage (Deutscher Titel: Die rote Flut) mit dem späteren Dirty Dancing-Traumpaar Patrick Swayze und Jennifer Grey heranwagt, hätte man den ein oder anderen Makel an der Geschichte schon riechen müssen. Dennoch: mit Thor-Darsteller Chris Hemsworth hat man einen potenten Anführer gefunden, der die lose Gruppe um Familienangehörige und Freunde in die Schlacht führen kann. In weiteren Rollen mischen auch Josh Peck, Josh Hutcherson, Adrianne Palicki, Isabel Lucas, Brett Cullen und Jeffrey Dean Morgan mit.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte werden die Vereinigten Staaten von Amerika durch eine feindliche Armee angegriffen und besetzt. Fallschirmjäger und Kriegsflugzeuge aus Nordkorea verdunkeln den Himmel und überraschen die Bewohner der Kleinstadt Spokane im Schlaf. Während der Großteil der Einwohner in Gefangenschaft gerät, versammeln der US-Marine Jed Eckert (Chris Hemsworth, Marvel’s The Avengers) und sein Bruder Matt (Josh Peck, ATM) eine Gruppe mutiger Teenager um sich herum. Die Wolverines, benannt nach dem Highschool-Football-Team, ziehen in den Kampf um Frieden und Freiheit gegen die nordkoreanische Übermacht.

Das Widerstandsbemühen der Kids ist unterhaltend anzusehen – wirkt aber besonders bei dem nicht-militärisch-ausgebildeten-Teil der Wolverines unverhältnismäßig. Einzelschicksale werden im Gegensatz zu den explosiven Feuerwechseln nur oberflächlich angerissen. Mit der Verpflichtung von Stuntman Dan Bradley nahm jemand auf dem Regieposten Platz, der etwas von seinem eigentlichen Handwerk versteht, damit auch punkten kann – mehr aber auch nicht. Red Dawn ist ein klischeebehafteter Actionstreifen geworden, der ein zeitgemäßes Feindbild schürt. Denn im Original, das den Kalten Krieg als Schauplatz wählte, waren es noch Russen und Kubaner, die in das Land einfielen. Heute will man den Schuh für die Nordkoreaner passend machen und bemüßigt sich die Geschichte an das aktuelle politische Weltbild anzugleichen. So weiß der Film auf seine unbedarfte Darstellungsweise unangenehm zu provozieren. Der überschäumende Nationalpatriotismus schmerzt dabei besonders. Wer jedoch mal wieder den Drang verspürt seinen Puls in die Höhe schießen zu lassen, für den könnte das Schreckensszenario von Red Dawn die erwünschte Genugtuung bringen. Wer sich aber nur über die Dummheit dieser Geschichte ärgern kann, der sollte zur Versöhnung einmal einen Blick über den Tellerrand auf andere Heimkino-Veröffentlichungen werfen.