Rango

Veröffentlichung  19. August 2011    Regie  Gore Verbinski    Darsteller  Johnny Depp  Isla Fisher  Timothy Olyphant  Bill Nighy
Foto: Paramount Pictures Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Paramount Pictures Germany

Ein Chamäleon auf Selbstsuche.

Wer ist Rango? Diese philosophische Frage stellt sich der schuppige Protagonist mit dem schiefen Hals aus dem Animationsabenteuer Rango.

Regisseur Gore Verbinski, bekannt als Kopf hinter der ersten Fluch der Karibik Trilogie und dem empfehlenswerten Film The Weather Man, brachte eine ungewöhnliche und neue Methode in den Entstehungsprozess dieses Abenteuers mit ein, als er seine Synchronstimmen den gesamten Film in einem Raum spielen ließ, bevor er animiert wurde. Somit konnten Beziehungen und räumliche Verhältnisse für einen Neuling auf dem Gebiet des computer-generierten Films sehr bildhaft erprobt werden. Frei nach Verbinskis Motto: “Ich habe keine Ahnung, was ich hier eigentlich tue”, merkt man Rango eine erfrischend unorthodoxe Herangehensweise an. So lässt das Cast der Synchronstimmen (im Original Johnny Depp, Isla Fisher, Bill Nighy, Abigail Breslin, Timothy Olyphant uvm.) das digitale Ensemble rund um Chamäleon Rango nach der animatorischen Umsetzung der gedrehten Roh-Einstellungen umso authentischer wirken.

In seinem Terrarium hat sich Rango seine eigene kleine Welt erschaffen. Im Rollenspiel fühlt er sich am wohlsten und die wenigen Requisiten, die ihm zur Verfügung stehen, dienen ihm als Freunde und Feinde. Sein schauspielerisches Talent und seine Kreativität sind seine größten Gaben. Doch seine perfekte Welt gerät ins Wanken. Eben noch unterwegs im Kofferraum eines Autos, befindet sich Rango plötzlich inmitten der Mojave-Wüste. Es ist heiß, es gibt kein Wasser und er kennt niemanden. Auf der Suche nach Leben kommt er in die einzige Stadt weit und breit. Dort ist er jedoch spürbar fehl am Platz. Fortan schlüpft er in die Rolle eines mutigen Helden und verkauft sich der Stadt als eiskalt. Eher unerwartet wird er seiner Rolle jedoch mehr als gerecht als der den üblen Falken zur Strecke bringt. Hin- und hergerissen vom inneren Identitätskampf gelingt es Rango in seiner sympatisch-tollpatschigen Art immer wieder die Bewohner von seinen Qualitäten zu überzeugen. Zum Sheriff ernannt, sieht er sich der größten Herausforderung seines Lebens ausgesetzt. Der Stadt droht das Verdursten und nur er kann es mit den Schuldigen aufnehmen. Wer alles zu den Bösen gehört, klärt sich jedoch erst als Rango erkennt wer er selbst ist.

Ein schauspielerndes Chamäleon ist, wie ich finde, eine nur allzu passende Verkörperung für eine Figur, die auf der Suche nach ihrer wahren Identität von einer in die nächste Rolle schlüpft. Neben Rango tragen aber auch die vielen gut gezeichneten Charaktere zu einem der spaßigsten Filmerlebnisse dieses Jahres bei. Die beschriebene Entstehungsweise verleiht Rango Echtfilmniveau, das durch unmögliche Kamerafahrten und hohen Detailreichtum angereichert wird und so sein digitales Potential wunderbar zur Geltung bringt. Trotz der gelungenen Inszenierung lässt die Gagdichte im Laufe des Films jedoch etwas nach. In jedem Fall begeistert der Film aber durch ein stimmiges Gesamtpaket. Neben einer digitalen Kopie befinden sich zahlreiche entfernte Szenen, ein Blick hinter die Kulisen und Extras wie “Triff die echten Kreaturen aus Dirt” auf der Blu-ray.