Prometheus – Dunkle Zeichen

Veröffentlichung  07. Dezember 2012    Regie  Ridley Scott    Darsteller  Noomi Rapace  Michael Fassbender  Charlize Theron
Foto: 20th Century Fox Germany
 IMDb-Wertung
Foto: 20th Century Fox Germany

Große Dinge fangen klein an

Es gibt ja so Filme, auf die freut man sich das ganze Jahr und kann kaum die erste Vorstellung abwarten. Genauso stellte es sich auch mit dem Sci-Fi-Streifen Prometheus von Alien-Schöpfer Ridley Scott dar. Mit Popcorn und 3D-Brille bewaffnete man sich für über zwei Stunden Atemlosigkeit. Und kaufte schon einmal sicherheitshalber Tickets für eine weitere Vorführung. Doch so richtig wollte sich keine Glückseligkeit einstellen – auch nach einem zweiten Anlauf nicht. Und nun gibt es das heiß ersehnte Werk für den heimischen DVD- und Blu-ray-Schrank. Ganz klar: ein erneuter Versuch, mit dem Wissen, was da kommen mag und hundert gelesenen Analysen im Nacken, sollte es dieses Mal etwas wirklich Besonderes werden. Immerhin muss man seine Gefühle nicht mit einem prall gefühlten Kino-Saal teilen.

Zum Inhalt: Wir schreiben das Jahr 2089. Die Wissenschaftler Elizabeth Shaw (Noomi Rapace, Sherlock Holmes: Spiel im Schatten) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green, Devil – Fahrstuhl zur Hölle) entdecken eine Höhlenmalerei auf welcher ein Mensch abgebildet ist, der auf eine außergewöhnliche Sternenkonstellation hindeutet. Ganz ähnliche Funde konnte das Paar schon mehrere Male an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt machen und sie sehen darin den Beweis der Existenz von einer außerirdischen Rasse sowie die Einladung zur ihrem in der Höhlenmalerei dargestellten Planeten. Gemeinsam mit einem 15-Mann-Trupp begeben sie sich schließlich vier Jahre später mit dem Raumschiff Prometheus auf die Reise. Doch während Shaw und Holloway nach Antworten rund um die menschliche Herkunft dürsten, haben die Vertreter von Weyland Industries, Meredith Vickers (Charlize Theron, Young Adult) und der Androide David (Michael Fassbender, Shame), scheinbar noch ganz andere Pläne, denen sie nachgehen wollen. Ein Horrortrip soll es aber für beide Parteien werden. Doch wer wird letztlich auf Antworten stoßen und wer auf verschlossene Türen?

Die richtigen Voraussetzungen sind also vorhanden und stimmen milde. Oder selbstgefällig. Wer weiß das schon. Prometheus ist genial, gespickt mit den überhöhtesten Ideen. Nur wird eben allzu oft auf das 1979er Alien mit Sigourney Weaver als taffe Hauptdarstellerin verwiesen. Und davon hat man schließlich schon längst die Trilogie zu Hause stehen. Uninteressant wird die Frage trotzdem nicht, ob die Menschen nun von Außerirdischen erschaffen wurden, wie intelligent diese sind und wie weit wir für unsere Neugier tatsächlich bereit sind zu gehen. Dabei triefen die 124 Minuten nur so vor blutigen wie schleimig ekligen Horrorszenarien, die im großen Kontrast zu den atmosphärischen Landschaftsaufnahmen (die nicht nur in 3D beeindrucken können) stehen. Ridley Scotts Epos hält also nicht nur für seine Protagonisten unerfreuliche, nervenaufreibende Überraschungen bereit, sondern lässt es sich nicht nehmen auch immer wieder die Belastbarkeit des Zuschauers auszuloten. Doch in den eigenen vier Wänden und ohne die Distanz erzeugende Brille auf der Nase kann man auch die plötzlichen brutalen Einstellungen, die wie ein Vulkan aus den besonders ruhigen Augenblicken hervorplatzen, gelassener sehen. Und zudem die Gelegenheit nutzen, um mit Freunden die Theorien rund um die gesamte Alien-Thematik weiter ausdiskutieren.

Also: Prometheus ist – egal ob Sommer oder Winter – ein runder Blockbuster, der dem Zuschauer viel abverlangt und eigentlich noch so viel mehr will als nur schnöde zu unterhalten. Aber nur das auf jeden Fall und hundertprozentig (allein wegen einem so passend besetzten und herrlich anzusehenden Michael Fassbender als mysteriöse menschliche Maschine) einhalten kann. Auf eine Fortsetzung kann man trotzdem gespannt sein.