Pixies, Zitadelle Spandau

Runterrotzen. So nennt man das wohl, was die Pixies da am Montagabend in Berlin gemacht haben. Ansagen sind eh überwertet. Ein Song folgt ohne großes Tamtam auf den anderen. Insgesamt haut das Quartett 30 davon raus. Das ist schon eine Menge, und viele Mitsing-Hymnen befinden sich auch darunter, aber trotzdem wünscht man sich irgendwie mehr. Mehr Einsatz, mehr Herzblut, mehr Freude. Nur einmal sieht man Frank Black und Paz Lenchantin während des Achterbahnsets lächeln. Und das auch nur, weil Paz in „Bone Machine“ an der falschen Stelle den falschen Text singt. Da muss man jetzt auch Drübergiggeln, sonst wäre alles verloren.

So richtig verloren steht auch das Publikum hier in der Zitadelle Spandau herum. Anscheinend gibt es gar nicht so viele Pixies-Fans. Man steht so luftig verteilt und weiß nicht recht, wohin mit sich. Animierend war der Mörderpreis von knapp 70 Euro für ein Ticket eher nicht und wie da Frank Black schief und schräg (und viel zu leise) vor sich hinnölt, ist auch nicht gerade animierend.

Erst ganz zum Schluss, kurz vor der „Planet of Sound“-Zugabe, lassen sich die vier dann doch noch zu einer kleinen Interaktion mit den Konzertbesuchern ein. Mag es daran liegen, dass es mittlerweile etwas dunkler und somit nächtlicher geworden ist – ein Umstand, welcher der Atmosphäre des Gigs generell sehr zuträglich ist. Auf jeden Fall bewegt sich nun einer nach dem anderen sogar bis zum Bühnenrand vor und winkt vorsichtig den sich lichtenden ersten Reihen zu. Ein Lichtblick in der Dämmerung. Aber mehr ist nicht drin. An Freundlichkeiten ist das nun wirklich alles, was die Pixies heute Abend anzubieten haben.