Lohtta stellte ihr Können bereits in ihrer Wahlheimat Berlin an U-Bahnhöfen mithilfe von schwedischen Folksongs unter Beweis, wo sie schließlich auch auf den aus dem spanischen Örtchen Cadiz stammenden Pablo traf. Dieser kann sogar ein eigenes Label vorweisen, auf dem er regelmäßig unterschiedlichste wirre Sachen veröffentlicht. Nachdem sich die beiden auch privat näher kamen, wollten sie nun auch mit dem Debütalbum „When We Fall Down“ eine musikalische Vereinigung erlangen. Herausgekommen ist der Versuch eines üppigen Elektro-Pop-Hybriden. Bei solch einer spannenden Kennenlern-Geschichte hört man doch auch gerne einmal näher hin. Aber das Rad erfinden sie schlussendlich nicht neu. Denn auch mit der Liebe im Rücken kann das vorgegebene hohe Niveau leider nicht eingehalten werden. Schon „Stockholm“ nimmt das Tempo gehörig zurück, traut sich kaum noch etwas. Klar: Ohrwurmcharakter, Single für Elektrogeräte, Schokolade und TV-Shows garantiert, aber Regeln brechen sieht anders aus. Auf Dauer (und die ist lang, viel zu lang!) fehlen einfach die Ecken und Kanten. Und wenn die hübsche Lohtta über sich selbst sagt, dass sie einen komischen Akzent im Schwedischen hat, so merkt man umso weniger davon im Englischen. Wobei genau diese Details neugierig auf mehr machen und so ganz weghören kann man bei einem Song wie „Lovers“ letztlich auch nicht. Grundsätzlich glaubt man dem Herren, der für das Songwriting der 13 Tracks zuständig war, gut und gerne die leidenschaftlichen Schmachtfetzen rund um das eigene geschundene Gemüt.
In der Musik hat das Paar schließlich einen Weg gefunden die Arbeit mit dem Vergnügen zu vereinen. Man kann nur hoffen, dass man auf der Bühne etwas mehr Energie und Funkensprüherei aufgrund ihrer glücklichen Umstände mitbekommt. Beurteilen kann man das dann auch beispielsweise Anfang März, wenn sie das Berliner White Trash mit ihrer Anwesenheit beehren. Toi, toi, toi.