Liam Neeson & Jaume Collet-Serra

   Film  Non-Stop    Veröffentlichung  13. März 2014    Regie  Jaume Collet-Serra
Foto: StudioCanal
 IMDb-Wertung
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Nach dem 2011er Unknown Identity von Jaume Collet-Serra folgt nun Non-Stop – der zweite Thriller mit dem Iren Liam Neeson in der Hauptrolle. Ein weiterer, gemeinsamer Film ist bereits abgedreht. Die Kombination Collet-Serra und Neeson scheint ergiebig zu sein. Zusammen haben sie auch mit dem aktuellen Werk einen kniffligen wie intensiven Action-Brecher auf die Beine gestellt. Dieses Mal mimt Neeson den Air Marshal Bill Marks, der während eines Fluges plötzlich mehrere Nachrichten von einer unbekannten Person auf sein Handy erhält, in denen ihm mitgeteilt wird, das der Unbekannte vor hat alle 20 Minuten einen Passagier zu töten, wenn die Airline ihm nicht 150 Millionen überweist. Bill steht nun vor der schwierigen Aufgabe den Erpresser ermitteln zu müssen, die Passagiere zu schützen und vor allem auch mit sich selbst klar zu kommen.

Für die Promotion des Filmes haben sich der Regisseur Jaume Collet-Serra und Schauspieler Liam Neeson auf den Weg ins Berliner Hotel Adlon gemacht, um sich dort den Fragen der Presse zu stellen. Im Gespräch soll es u.a. um Flugangst, die Wahl des Fieslings sowie die Liebe der beiden zueinander gehen.

Was hat Sie dazu bewegt sich an Non-Stop zu beteiligen?

Liam Neeson: Das Skript hat mich überzeugt. Als ich es zum ersten Mal las, war es tatsächlich ein Non-Stop-Ritt. Ich dachte nur: da muss ich mitmachen! Außerdem kann man sich bei solchen Action-Filmen wieder wie ein kleiner Junge fühlen, der Cowboy und Indianer spielt. Ich mag es in Filmen Leute vermöbeln zu können und mit Hilfe von großartigen Stunt-Leuten dabei auch noch gut auszusehen.

Sie hatten also nicht mit Flugangst zu kämpfen?

Liam Neeson: Nein. Bei mir ist es so: wenn ich erst einmal die schreckliche Wartezeit am Flughafen überstanden habe, fühle ich mich allein aufgrund der vielen Security absolut sicher. Meine Frau hatte dagegen bei jedem Flug Angst und ich habe mich deshalb die ganze Zeit nur um sie gekümmert. Jaume hat auch große Flugangst…

Jaume Collet-Serra: Ich mag keine Flugzeuge. Der Film sollte mir eigentlich dabei helfen damit in Zukunft besser umzugehen. Aber es scheint nicht wirklich geholfen zu haben. (lacht)

In dem Film verbreitet jedoch weniger das Flugzeug Angst, sondern die Macht, die von den vielen verschiedenen technischen Geräten ausgeht. Wie stark beeinflusst Technik Ihren Alltag?

Liam Neeson: Ein Teil von mir fühlt sich im Umgang mit Technik noch immer wie ein Neandertaler. Andererseits muss ich ständig auf mein Handy schauen und wenn ich es nicht sofort finden kann, werde ich nervös. So habe ich mich auch verhalten als ich noch rauchte. Ich habe also die eine Abhängigkeit gegen eine andere eingetauscht.

Sie haben bereits bei Unknown Identity zusammen gearbeitet und nach „Non-Stop“ wird noch eine weitere Kollaboration folgen. Was schätzen Sie aneinander?

Liam Neeson: Ich fühle mich mit Jaume sicher und kann mich total entspannen. Er ist ein guter Geschichtenerzähler und verliert nie die Symphonie des Ganzen aus den Augen. Egal wie viele Autorennen und Kämpfe es geben mag – er kommt stets auf seinen Hauptcharakter zurück und schaut, was dieser fühlt.

Jaume Collet-Serra: Wir haben einen ähnlichen Film-Geschmack und auch sonst ähnliche Ansichten. Dadurch kommen wir gut miteinander aus. Je öfter wir zusammenarbeiten desto leichter wird es auch. Liam ist ein genialer Schauspieler und weiß gleichzeitig für die anderen eine gute Atmosphäre zu kreieren. Er kennt von jedem den Namen, ist immer pünktlich. Das setzt auch für die anderen Schauspieler den Ton und jeder fühlt sich wohl. Fast wie in einer Familie. Zudem hat Liam bereits mehrmals gemeinsam mit Julianne Moore vor der Kamera gestanden und zwischen ihnen stimmt einfach die Chemie. Sie haben beim Dreh ständig für gute Laune gesorgt. Und wenn man für zwei Monate immer in dem gleichen, kleinen Raum dreht, in dem 200 Leute nur aneinander stoßen, hilft es sehr, das jemand den Rest aufzuheitern weiß.

Wie gingen Sie an die Wahl des Bösewichts heran?

Jaume Collet-Serra: Wir suchten nicht erst den Bösen, sondern alle Figuren aus. Das machte zwar viel Arbeit, aber es zahlte sich aus. Denn mit der Zeit enträtselte sich alles wie von selbst und wir waren richtig überrascht. Hoffentlich geht es dem Publikum genauso.

Liam Neeson: Das Publikum ist eh viel klüger als ich…

Nehmen Sie sich Film-Kritiken zu Herzen?

Liam Neeson: Man liest 15 Reviews, die gut sind und dann kommt eine, die schlecht ist und genau an diese wird man sich langfristig erinnern. Kritiker haben also schon eine gewisse Macht. Auch wenn ich nicht denke, das Film-Fans viel auf die Meinung von Kritikern geben. Sie wollen nicht alles diktiert bekommen.

Wie wichtig sind Ihnen genrespezifische Veränderungen?

Liam Neeson: Als junger Schauspieler dachte ich, das ich einfach alles kann. In jedem Film wollte ich anders aussehen und dachte, das genau das einen großartigen Schauspieler ausmacht. Aber nun sehe ich das anders. Schließlich fühle ich mich beim Schauen von Filmen auch sicherer mit einer Präsenz, die man sofort wiedererkennt.

Heißt das auch, das Sie jetzt selbstbewusster sind als in jungen Jahren?

Liam Neeson: Ja, das bin ich. Mit ein bisschen Erfolg bekommt man auch eine extra Portion Selbstbewusstsein. Ich denke zwar nicht ständig: „Guckt her wie toll ich bin!“ Aber es hat mein Schauspielern verbessert.

Jaume Collet-Serra: Ich bin nicht sehr selbstbewusst. Aber hoffentlich komme ich da eines Tages noch hin. Ich muss am Set sein und Filme machen, um mich wohl zu fühlen. Vorbereitung ist ja schön und gut, aber ich werde irgendwann nervös und will drehen. Ich will so lange drehen bis mir mein Körper sagt, das ich sterbe. Vorher höre ich nicht auf. Ich liebe es einfach mir Sachen auszudenken und es danach vor mir sehen zu können. Es ist ein Rausch.

Denken Sie, das Sie für weitere zehn Jahre mit der gleichen Intensität Filme machen können?

Liam Neeson: Hoffentlich. Die Liebe ist jedenfalls noch da.

Jaume Collet-Serra: Mehr als zehn Jahre wären wünschenswert! Ich würde gern einen Film pro Jahr machen.

 

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Rubrik  Interview  Kino    Autor      Datum  27. Februar 2014    Worte  947
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