Monsieur Claude und seine Töchter

Veröffentlichung  01. Dezember 2014    Regie  Philippe de Chauveron    Darsteller  Christian Clavier  Chantal Lauby  Élodie Fontan
Foto: Neue Visionen Filmverleih
 IMDb-Wertung
Foto: Neue Visionen Filmverleih

Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?

Feingefühl, wo hast du dich bloß versteckt…

Das Ehepaar Claude (Christian Clavier, Asterix & Obelix: Mission Kleopatra) und Marie Verneuil (Chantal Lauby, Portugal, Mon Amour) lebt in der Provinz Frankreichs ein recht verklemmt traditionelles Leben. Doch als ihre vier Töchter nach und nach heiraten, sehen sie sich mit ganz neuen Religionen und Ansichten konfrontiert. Schon bald wohnen die Zwei ungläubig der Beschneidung ihres ersten Enkelkindes bei, lernen die für sie völlig exotischen Kochkünste des asiatischen Schwiegersohnes kennen und diskutieren sich ganz nebenbei über die verschiedenen Kulturen der angeheirateten Männer die Köpfe heiß. Dass diese Konstellation nicht lange gut gehen kann, ist allen schnell klar und die Wege trennen sich. Nur glücklicher macht dieser Umstand auch niemanden. Als die jüngste Tochter (Élodie Fontan, Le Plus Beau Métier Du Monde) schließlich vor den Traualtar treten möchte, will sich ein jeder für ein trautes Miteinander mehr zurücknehmen. Dabei wurde die Rechnung jedoch ohne den Vater des baldigen Bräutigams gemacht und es stellt sich die Frage, wer der beiden Familienoberhäupter der größere Sturkopf ist: Monsieur Claude oder André Koffi (Pascal N’Zonzi, Night on Earth)?

Der Regisseur Philippe de Chauveron (Les parasites) bietet mit seinem Film Monsieur Claude und seine Töchter eine Komödie, die unbedingt ein jedes Kulturen-Klischee mitnehmen möchte.

Jede Figur des Films hat Fehler. Und darüber möchte man lachen, ohne Hintergedanken. (Philippe de Chauveron)

Der erfolgreichste Film in Deutschland 2014

Muslimische, jüdische, chinesische, afrikanische wie auch französische Eigenarten werden in dem 97-Minüter aufs Korn genommen und dabei derartig überzeichnet, dass dem Zuschauer nur so das Lachen im Halse stecken bleibt. Welcher sinnige Humor steckt dahinter, wenn Marie Verneuil tränenüberströmt fragt, was sie wohl Gott angetan haben muss, um diese Schwiegersöhne erdulden zu müssen? Natürlich steht solch eine Aussage am Anfang des „Kino-Highlights aus Frankreich“ – bevor jedermann sich bekehrt fühlt und in dem Familienzuwachs eine kulturelle Bereicherung sieht. Schließlich besticht auch dieser Film durch eine heile Welt-Utopie, in der man sich über alles lustig machen kann und trotzdem jeder auf die eine oder andere Art sein Seelenheil findet. Doch Monsieur Claude und seine Töchter bedient sich so umfangreich an stereotypen Witzen, die sich auf einem sehr schmalen humorigen Grad befinden, so dass es dem Betrachter überaus schwer gemacht wird mit ihm rückhaltlos zu lachen.