Midnight in Paris

Veröffentlichung  18. August 2011    Regie  Woody Allen    Darsteller  Owen Wilson  Marion Cotillard  Rachel McAdams  Michael Sheen
Foto: Mars Distribution
 IMDb-Wertung
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Seine 42. Regiearbeit widmet der grandiose Menschenbeobachter Woody Allen der Stadt der Liebe. Irgendwo zwischen Versailles, Nôtre Dame und charmanten Seitenstraßencafés erlebt der Amerikaner Gil (Owen Wilson) sein ganz eigenes Großstadtmärchen in Paris. Initiiert durch die Eltern (Kurt Fuller und Mimi Kennedy) der Verlobten Inez (Rachel McAdams) gelangt der mit seinem Job als Hollywood-Drehbuchautor unzufriedene Gil in die aus jeder Pore Kreativität ausatmende Stadt. Mit neuer Kraft möchte er hier nun endlich zu dem richtigen Schriftsteller avancieren, der er immer geträumt hatte zu sein. Als sich zu der kleinen Gruppe das äußerst intellektuelle Paar Carol (Nina Arianda) und Paul (Michael Sheen) dazu gesellen, zieht sich Gil immer mehr in seine eigene Welt zurück, um schließlich nachts allein durch verwinkelte Gassen zu wandeln. Doch die größte Verzauberung von Paris findet statt als die Kirchturmuhr Mitternacht schlägt, eine altmodische Limousine vorfährt und Gil vehement gebeten wird, einzusteigen. Mit einem Mal befindet er sich in dem Paris der Zwanzigerjahre, Gils persönlicher Blütezeit der Kunst. So lernt er den von ihm sehr geschätzten Hemingway (Corey Stoll), die redseligen Fitzgeralds (Alison Pill und Tom Hiddleston), Dalí (Adrien Brody) sowie Gertrude Stein (Kathy Bates) kennen, die sich auch gleich anbietet sein Werk zu beurteilen. Aber allen voran erweist sich die Begegnung mit der Künstlermuse Adriana (Marion Cotillard) als große Inspiration. Verliebt wacht er am nächsten Morgen auf und kann kaum glauben, dass diese magischen Nächte voller Liebe wirklich stattgefunden haben. Von nun an verliert er sich, allein seines Romans wegen, immer mehr in dem Labyrinth der hingebungsvollen Nachtstunden und entfremdet sich dabei unbemerkt auch umso stärker von der verständnislosen Inez sowie ihrer Familie, die schon immer Abneigung gegen den Freigeist Gil hegte.

Bereits 1996 verschlug es Allen nach Paris, um dort einige Passagen für seinen Film Was gibt’s Neues, Pussy? zu drehen. Nach Abschluss der Dreharbeiten fühlten sich manche Kollegen so sehr von der Stadt angezogen, dass sie sogar dort blieben. Allen bereut zutiefst, diesen Schritt nicht wenigstens auch für eine kleine Weile gewagt zu haben und projiziert nun liebevoll seine sehnsuchtsvolle Sicht und die Hoffnung, die er mit der inspirierenden Hauptstadt Frankreichs verbindet auf seinen Protagonisten Gil. In Cannes wurde Midnight in Paris zur Eröffnung des 64. Filmfestivals vorgeführt und erntete dementsprechend nicht enden wollenden Applaus.

Ein weiteres Mal suchte sich Allen die Crème de la Crème der Schauspieler für seine romantische Komödie aus und konnte sogar Frankreichs First Lady Carla Bruni als Museumsführerin für sich gewinnen. So beweist der mittlerweile 75-jährige Woody Allen mit dem besonderen Gespür für Komik ein weiteres Mal, dass er ein Meister auf seinem Gebiet ist und einem den Himmel auf Erden mit seinen Filmen erschaffen kann.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  12. August 2011    Worte  436
Permalink  http://www.farbensportlich.de/midnight-in-paris/    Farbe  #353620
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