Marie und die Schiffbrüchigen

Veröffentlichung  08. Juni 2017    Regie  Sébastien Betbeder    Darsteller  Vimala Pons  Pierre Rochefort  Eric Cantona  Damien Chapelle
Foto: déjà vu Filmverleih
 IMDb-Wertung
Foto: déjà vu Filmverleih

Öfter mal was Neues probieren!

Jeden Tag das Gleiche? Das ist doch langweilig. Und wenn das Umfeld auf den ersten Blick nichts Besonderes bietet, muss man dem auf die Sprünge helfen. Dass macht auch diese französische Komödie klar.

Alles fängt mit einer verlorenen Geldbörse an. Die hat Marie (Vimala Pons) verloren. Und Siméon (Pierre Rochefort) findet sie wiederum. Sogleich versucht er die Besitzerin seines Fundes zu ermitteln und hat dabei schließlich Erfolg. Als das Model und der Journalist aufeinandertreffen funkt es. Zumindest bei ihm. Sie hat gerade erst eine länge Beziehung mit dem Autoren Antoine (Eric Cantona) beendet und eher andere Dinge im Kopf. Trotzdem bleibt Siméon dran, involviert auch seinen WG-Kumpel Oscar (Damien Chapelle) und reist der Schönen schließlich sogar auf eine Insel hinterher. Nur so glaubt er, kann er frischen Wind in sein Leben bringen und gleichzeitig wirklich ihr Herz erobern. Doch dort wird die ganze, eh schon ziemlich komische Situation erst komplett wirr und unangenehm. Ob das gut enden wird?

Herrlich unangepasst

Was für eine schöne Prise Neues! Dieser Film erzählt permanent von lustigen Zufällen, die sich als wunderbare Chancen herausstellen. Eine wahre Inspiration, wenn man sieht, wie leicht die Veränderungen in diesem kleinen französischen Meisterwerk dargestellt werden. Hinzu kommt eine stimmungsvolle Inszenierung, die immer wieder spannende Brüche aufweist. Es kann passieren, dass wir von unserem Hauptdarsteller höchstpersönlich etwas über seine Figur in die Kamera gequasselt bekommen. Weitere witzige wie rätselhafte Voice-Over-Momente folgen. Ein besonders toller Sidekick stellt Freund Oscar dar, der beständig durch groteske Schlafwandlereien auffällt. Das Schöne daran: Jeder Charakter wird mit all seinen Fehlern und Skurrilitäten gezeigt und dabei dennoch leichtfüßig in ein gutes Licht gerückt.

Nicht nach Schema F

Liebesgeschichten haben wir schon tausendfach auf der großen Leinwand gesehen. Oft sind sie vorhersehbar und ähneln sich stark. Tatsächlich ist Marie und die Schiffbrüchigen da anders. Zum einen springt die Geschichte immer wieder in Richtungen, die keiner erwartet, und zum anderen wird sie auch visuell mal ein bisschen gegen die normalen Sehgewohnheiten erzählt. Musik und Schnitte wirken eher wie kleine mal mehr und mal weniger durchdachte Kunstwerke. Das macht zum einen viel Spaß beim Zusehen und dabei all diese mitgedachten Details entdecken, zum anderen überanstrengt es manchmal aber auch. Die Komödie gibt bei einer Dauer von knapp über anderthalb Stunden einfach doch zu viele Rätsel auf. Dennoch gibt es für so viel Liebe zum Ungewöhnlichen ein Bienchen im Fleißheft.

Marie und die Schiffbrüchigen ist eine herzerwärmende Komödie über die vielen Möglichkeiten der Liebe, des Lebens und der Alltagsgestaltung. Hier wird der Mut zum Außergewöhnlichen zelebriert und der belohnt, der sich gegen das ewig Gleiche und Graue entscheidet.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  08. Juni 2017    Worte  426
Permalink  http://www.farbensportlich.de/marie-und-die-schiffbruechigen/    Farbe  #a63326
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