Mama gegen Papa – Wer hier verliert, gewinnt

Veröffentlichung  09. Juli 2015    Regie  Martin Bourboulon    Darsteller  Marina Foïs  Laurent Lafitte  Anna Lemarchand
Foto: Splendid Film
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Lachmuskeltraining aus Frankreich

Wenn eine Ehe zerbricht, ist der Streit um die Nachkömmlinge groß. In der französischen Komödie herrscht jedoch verkehrte Welt. Denn da liegt das Problem vor allem daran, dass weder Mama noch Papa die Kleinen zu sich nehmen wollen.

Die Kinder von Florence (Marina Foïs) und Vincent Leroy (Laurent Lafitte) haben es wirklich nicht leicht. Zum einen lassen sich die Eltern scheiden und als wäre das noch nicht schlimm genug: Keiner der beiden will das Sorgerecht für die Sprösslinge übernehmen. Viel lieber wollen sie Karriere machen und da bleibt nun mal kaum Zeit zum Behüten der Kleinen. In ihrem Trennungswahnsinn sehen die Workaholics nur einen Ausweg: Sie müssen Tochter Emma (Anna Lemarchand) und die Sohnemänner Mathias (Alexandre Desrousseaux) und Julien (Achille Potier) überzeugen, dass sie die grausigsten Erziehungsberechtigen der Welt wären und sich somit für den anderen Elternteil entscheiden.

Der Krieg kann beginnen

Wenn Beziehungen auseinandergehen, ist das immer mit Schmerzen verbunden. Regisseur Martin Bourboulon hat es geschafft dem eigentlich sehr ernsten Thema einen witzigen Anstrich zu geben. Denn auch wenn in Mama gegen Papa – Wer hier verliert, gewinnt die Kinder ständig die Wut der Eltern auf den Ehepartner abbekommen, so bleibt dies stets auf einer amüsanten Ebene – wenn auch politisch höchst unkorrekt. Das Humor-Level entspricht dabei ganz den letzten Kino-Hits aus Frankreich Monsieur Claude und seine Töchter (2014) und Ziemlich beste Freunde (2011).

Kein Moment der Ruhe

Mama gegen Papa – Wer hier verliert, gewinnt ist eine absolut atemlose Achterbahnfahrt geworden. Regie-Debütant Martin Bouboulon sagt über seine Intention und die der Crew: “Wir wollten ganz normale Menschen zeigen, die auf das Irrationalste ausflippen und eine dramatische Situation in eine Komödie über Gefühle umwandeln.” So fängt alles ganz harmlos an – mit Versprechungen von X-Box-Partys und Pornos bei Papa – und endet mit einer in Spülmittel getränkten Pasta. Die Irrungen und Wirrungen der Ex-Partner sind bald selbst für den Zuschauer kaum noch zu ertragen und man steht oft kurz davor aus Angst vor der nächsten Gemeinheit die Augen fest zu verschließen – ganz ähnlich wie bei dem 1989er Der Rosenkrieg.

In dem französischen Klamauk steigert sich ein Sorgerechtsstreik immer weiter hoch. Nimmt man mal den Spaß beiseite, bereitet der Kinostreifen beim Gucken echte Schmerzen. Da kann das Lachen schon mal im Halse stecken bleiben.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  09. Juli 2015    Worte  372
Permalink  http://www.farbensportlich.de/mama-gegen-papa/    Farbe  #902a0f
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