Logan – The Wolverine

Veröffentlichung  02. März 2017    Regie  James Mangold    Darsteller  Hugh Jackman  Patrick Stewart  Dafne Keen  Boyd Holbrook
Foto: 20th Century Fox Germany
 IMDb-Wertung
Foto: 20th Century Fox Germany

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss

Nach neun Auftritten von Hugh Jackman als X-Men könnte man meinen, dass seine Figur bereits von allen Seiten beleuchtet wurde. Doch der letzte Auftritt fügt dem noch eine völlig neue Facette hinzu.

Wir schreiben das Jahr 2029. Seit Ewigkeiten gibt es keine neuen Mutanten mehr. Die wenigen Verbliebenen leben zurückgezogen, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Logan alias The Wolverine verdient sein Geld als Limousinenfahrer an der Grenze zu Mexiko. Sein Plan: Geld sparen, ein Boot kaufen und dann mit dem schwerkranken Professor X (Patrick Steward) raus auf’s Meer. Hauptsache weg von den Menschen. Denn je öfter er andere in sein Leben gelassen hat, desto mehr Leid hat er erfahren. Sein Versuch, sich vor der Welt zu verstecken, findet jedoch ein jähes Ende, als eine mysteriöse Frau (Elizabeth Rodriguez) mit einer dringenden Bitte auftaucht. Sie ist aus einer Forschungseinrichtung geflohen, in der junge Mutanten aus dem Reagenzglas zu wütenden Kriegern erzogen wurden. Und ein Mädchen (Dafne Keen) mit bedrohlichen Kräften ist besonders auf die Hilfe von Wolverine angewiesen.

Freigegeben ab 16 Jahren

Normalerweise wird bei Superhelden-Verfilmungen auf eine niedrige Altersfreigabe geachtet, damit möglichst viele Leute in den Film gehen können. Doch Deadpool hat im vergangenen Jahr mit den expliziten Gewaltszenen und mit seinem Protagonisten mit dem losen Mundwerk voll den Nerv des Publikums getroffen. Und so wird auch der letzte Auftritt von Wolverine erstmals zu einer überaus blutigen Angelegenheit. Damit entfernen sich die Macher um Regisseur und Autor James Mangold (The Wolverine: Weg des Kriegers) von der Alles-wird-gut-Mentalität und zeigen echte Wunden, echten Schmerz und echte Gefühle. Die Geschichte dreht sich dabei um die Themen Selbstlosigkeit und Vergebung. Hugh Jackmans Figur erlebt eine wahrhaftige Odyssee: Aus einem anfänglichen „Was hat das alles mit mir zu tun?“ wird schnell eine Abrechnung mit seiner eigenen Vergangenheit. Und dieser Prozess birgt viel Raum für Selbstreflektion und -erkenntnis.

Das ultimative Opfer

Das erste Mal trat Hugh Jackman vor 16 Jahren als säbelschwingender Mutant in Bryan Singers X-Men auf. Seitdem haben wir die Figur oft und viel kämpfen gesehen. Logan – The Wolverine dringt nun bis zum Kern des Charakters durch und hebt die menschliche, verletzliche Seite des Helden hervor. Ein Roadtrip führt ihn einmal quer durch die USA. Dabei wird er allein vom Glauben einer jungen Mutantin an eine bessere Zukunft angetrieben. Doch was soll da schon noch kommen? Eingezwängt ins Auto entfaltet der Film seine ganze Kraft. Die stillen und lauten Momente zwischen Wolverine, Professor X und ihrer Begleitung könnten auch aus einem Familiendrama stammen. Da braucht es gar keine Action, um Begeisterungstürme beim Publikum auszulösen. Denn ja, es ist durchaus originell die Handlung mit Gesprächen und zwischenmenschlicher Interaktion voranzutreiben.

Logan – The Wolverine hebt sich vom Superhelden-Einheitsbrei ab. Der Fokus liegt auf einer intimen Familiengeschichte, die den unverwundbaren Helden plötzlich ganz verletzlich erscheinen lässt. Das Brutalo-Level ist trotzdem ziemlich hoch!

Hier findest du unsere Rezension zum zweiten Teil Wolverine: Weg des Kriegers.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  02. März 2017    Worte  479
Permalink  http://www.farbensportlich.de/logan-the-wolverine/    Farbe  #5c362b
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