Life

Veröffentlichung  26. Februar 2016    Regie  Anton Corbijn    Darsteller  Dane DeHaan  Robert Pattinson  Joel Edgerton
Foto: SquareOne / Universum
 IMDb-Wertung
Foto: SquareOne / Universum

Auf den Spuren von James Dean

Das könnte aufregend werden: Anton Corbijn nimmt sich dem Rebellen, der Ikone, dem überirdisch großen Filmstar James Dean aus der Sicht eines Fotografen an.

Im Jahr 1955 stehen zwei vielversprechende Karrieren noch ganz an ihrem Anfang. James Dean (Dane DeHaan) hat gerade erst seinen ersten Kinofilm Jenseits von Eden abgedreht und muss nun lernen mit den unausgesprochenen Regeln des Filmbusiness’ richtig umzugehen. Dennis Stock (Robert Pattinson) ist dagegen im seinem Bereich, der Eventfotografie, bereits etabliert. Doch der 26-Jährige verspricht sich mehr von seinem Leben als ständig gut betuchte Menschen in ihrer schönsten Abendrobe abzulichten. Als er auf einer Party zufällig auf den jungen Dean trifft, steht sein Plan fest: Er will mit dem aufstrebenden Star eine Fotostrecke machen und diese im renommierten Life-Magazin unterbringen. So hofft er dem Durchbruch als ernstzunehmender Künstler näher zu kommen. Aber bevor sich Dennis Stock und James Dean tatsächlich gemeinsam auf einen Road-Trip von Los Angeles bis nach Indiana, die Heimat des Schauspielers, begeben, muss sich der Fotograf das Vertrauen seines herbeigesehnten Foto-Subjekts hart erarbeiten.

Mehr als nur ein Biopic

Regisseur Anton Corbijn war nicht daran interessiert eine schnöde James-Dean-Biografie zu realisieren. Vielmehr sollte es in seinem vierten Spielfilm um die Beziehung zwischen einem Fotografen und seinem Gegenüber gehen. Denn auf diesem Gebiet kennt sich der Niederländer bestens aus. Schließlich wurde Corbijn selbst durch seine Portraits von Bands wie U2, Depeche Mode, Joy Division und The Rolling Stones bekannt. Mittlerweile genügt es dem 60-Jährigen jedoch nicht mehr nur kurze Augenblicke mit seiner Kamera einzufangen – das Filmemachen ist seine neue Leidenschaft. Seit Control (2007) versucht er konstant seine Bildsprache im Spielfilm zu präzisieren und die Dialoge genauso einnehmend darzustellen wie in seinen Fotografien. An der Dean-Thematik reizte ihn besonders, dass der Hollywood-Star ganz offensichtlich glaubte Dennis Stock einen Gefallen zu tun, wenn er sich ablichten ließ. Aber auch Stock dachte, er würde James Dean mit seinen Bildern einen echten Karriere-Push verschaffen. Wer hier wem hilft, bleibt letztlich ganz dem Betrachter überlassen.

Ein Foto geht um die Welt

Das Drehbuch zu Life stammt von dem Australier Luke Davies. Nach Candy – Reise der Engel und Reclaim suchte er nach spannendem Material für einen neuen Spielfilm und glaubte dieses in der Lebensgeschichte von James Dean gefunden zu haben. Als er sich aber eingehender mit dem viel zu jung verstorbenen Mimen (der 24-jährige Dean kam 1955 bei einem Autounfall ums Leben) beschäftigte, stieß er immer wieder auf ein Schwarz-Weiß-Foto von ihm. Darauf sieht man James Dean im Regen den Time Square in New York entlanglaufen. Den Kragen seines Mantels hat er nach oben gestellt, sein Gesicht versucht er tief darin zu vergraben und im Mundwinkel hängt noch lässig eine Zigarette. Plötzlich wandelte sich das Interesse von Davies: Der Autor wollte nun lieber einen Film über die Entstehungsgeschichte des legendären Fotos machen. Life erzählt also von der bizarren Freundschaft zwischen Dennis Stock und James Dean, die sich im Laufe ihrer Fotoreise entwickelt. Dabei verliert das Werk aber auch nie aus den Augen dem herrschenden Mythos rund um Dean gerecht zu werden.

Wenn ein passionierter Fotograf wie Anton Corbijn einen Film über einen anderen Fotografen und sein Subjekt macht, kann das nur fantastisch werden. Der besondere Wert von Life ist der Blick hinter die Kulissen und zur gleichen Zeit die unglaublich detailgetreue Nachahmung der ikonischen Fotos, in denen Superstar James Dean im Zentrum steht.

Hier findest du unser Interview mit Regisseur Anton Corbijn.