Life In A Day

 
Heimkino 10. Oktober 2011
 
Life In A Day
 

Ein Tag auf unserer Erde

Am 24. Juli 2010 forderte die Videoplattform YouTube die gesamte Welt auf diesen Tag filmisch festzuhalten. 80.000 Menschen folgten dieser Bitte und luden insgesamt 4.500 Stunden Videos hoch. Eine Jury rund um Regie-Ikone Ridley Scott (Gladiator, Der Mann, der niemals lebte) sichtete das Material und Oscar-Preisträger Kevin Macdonald (Der Adler der neunten Legion, State Of Play) schnitt es zu einer monumentalen Dokumentation zusammen.

Jung und Alt, Wasser und Erde, Hell und Dunkel, Groß und Klein, Stadt und Dorf, Glück und Trauer. Der Versuch, die ganze Welt in einen Film zu packen, ist ein ambitioniertes Unterfangen. Es braucht die Vielfalt, die das Leben mit sich bringt, die Orte, die es wert sind gezeigt zu werden, die unterschiedlichen Kulturen mit ihren Menschen und Geschichten, die bewegen. Die Erwartunghaltung an Life In A Day liegen also irgendwo zwischen einer umfangreichen Enzyklopädie, wie es nur noch Wikipedia ist, und Dokumentarfilmen wie das aufwendig produzierte Unsere Erde und dem authentischen 24h Berlin – Ein Tag im Leben. Das ist ein weites Feld.

Das Material, das von den Menschen da draußen stammt, fühlt sich echt an. Mit vielen tausend Einsendungen und ein paar professionellen Kamerateams ist den Initiatoren ein bewegender Einblick in das Leben geglückt. Die vielen wichtigen und weniger wichtigen Augenblicke sind eindrucksvoll zusammengetragen worden und zeugen von einem außergewöhnlichen Reichtum, wie man ihn sich nur selten vor Augen führt.

Es war auch der 24. Juli 2010, der in Deutschland zahlreiche Menschenleben forderte. In Folge einer Massenpanik im Zugangsbereich der Love Parade starben 21 Menschen – Hunderte wurden verletzt. Auch das ist traurige Realität. Auf den Bändern dazu hört man die Menschen zugleich feiern und schreien. Co-Regisseur John Walker zeigte sich im Interview mit dem Stern bedrückt und verrät, dass Life In A Day einer Dramaturgie folgt, die von der Geburt bis zum Tod führt. In der Mitte des Films kann es dadurch schon einmal dazu kommen, dass man beim Sehen vergisst das es sich nur um einen einzigen Tag handelt. Eine Stimme erinnert:

Heute ist Samstag, der 24. Juli.

Der bewegende Zusammenschnitt vereint schreckliche und schöne Ereignisse und wird dadurch zu einem Sinnbild für das Leben an sich. Ein exklusives Postkarten-Set in der Blu-ray mit Momentaufnahmen aus dem Film belegt diese Tatsache eindrucksvoll.

 
368 Wörter von David, 221 Tage alt