Kein Sex ist auch keine Lösung
 

Der eingängige Titel verrät bereits worum es in den 109 Minuten gehen wird: um Sex. Den hat der vom Erfolg verwöhnte Werber Tom Moreno (Stephan Luca, Resturlaub) nämlich mit einer Frau höchstens 3 Mal, um dann zur nächsten Schönheit zu wechseln. Nur so kann er sich vor Beziehungen drücken und führt gemeinsam mit seiner Mitbewohnerin Paule (Anna Thalbach, Krabat) und seinen Kumpels Vince (Oliver Fleischer, Vollidiot) und Luke (Johannes Allmayer, Vincent will Meer) ein äußerst entspanntes Leben. Es kommt wie es kommen muss: Tom trifft seine Herausforderung des Lebens: die schöne Art-Directorin Elisa (Marleen Lohse, Maria, ihm schmeckt’s nicht!). Die ist nämlich auch nicht so scharf auf eine Beziehungskiste, sondern hängt auch gerne mal mit dem mysteriösen Leon (Handballspieler Stefan Kretzschmar) ab. So beginnt für den Womanizer eine schwierige Zeit voller Sorge um seinen Job, seine Freunde wie auch seine Mutter Theresa (Corinna Harfouch, Whisky mit Wodka) und letztlich wächst auch der Kampfgeist die Frau mit den feurig roten Haaren voll und ganz für sich einzunehmen.

Achtung: diese Komödie nach dem Bestseller von Mia Morgowski (welche auch einen Cameo-Auftritt als Zimmermädchen hat) ist kein Stück frech, mitreißend, witzig oder gar romantisch. Wenn man solche Attribute für unabdingbar hält, sollte man sich doch lieber mit einem anderen Film begnügen. Die Charaktere sind eindimensional, die gewollten Lacher luschig und die vermeintliche Geschichte einer echten Freundschaft zwischen Paule und Tom so nebensächlich gestaltet, dass man es auch schon wieder fast vergessen hat. Mit dem Auftritt von Janin Reinhardt (Lotta in love) als Verführerin im Domina-Outfit wollte Regisseur Torsten Wacker wohl für einen echten Hingucker sorgen, doch diese wirkt, wie die Pointen des Films, eher altmodisch mitsamt ihrer Tracht und der Handschellen. Selbst Til Schweiger-Schmu wie Keinohrhasen glänzt ungeheuerlich gegen diesen Tiefpunkt der Humorlosigkeit. Die einzigen Fragen die nach Begutachtung des Films offen bleiben sind die, weshalb sich Schauspielgrößen wie Corinna Harfouch oder auch Armin Rohde (er spielt den panischen Chef von Tom Moreno) für solche Schandtaten hergeben. Im Besonderen Harfouch demütigt sich dermaßen selbst durch die Darbietung einer promiskuitiven Mutter, die selbst vor dem Freund ihres Sohnes nicht Halt macht. Kein Sex ist auch keine Lösung hat somit nur Fremdschämerei zu bieten – davon aber reichlich.

 
362 Wörter von Hella, 171 Tage alt