Kein Mittel gegen Liebe

 
Heimkino 14. März 2012
 
Kein Mittel gegen Liebe
 

Marley Corbett (Kate Hudson) ist eine Frau, die man sich zum Vorbild nehmen sollte. Sie ist lebensbejahend, humorvoll, nimmt sich alles, was sie will und gibt umso mehr zurück. Als Vizepräsidentin einer Werbeagentur hat die quirlige Blondine mit dem entwaffnenden Lächeln einen Traumjob. Doch wenn es nach Freundin Renee (Rosemarie DeWitt) geht, fehlen ihr zum vollkommenen Glück noch der perfekte Mann sowie ein paar liebende Kinder. Marley kann über solch sorgenvollen Aussagen nur lachen bis sie schließlich erfährt, dass ihr rapider Gewichtsverlust nicht am Stress, sondern am unheilbaren Krebs liegt. Mit einem Mal verändert sich ihr leichtes Leben – Marley rückt ab von ihrer distanzierten Verhaltensweise gegenüber Männern und stürzt sich Hals über Kopf in eine Liebesbeziehung mit dem schüchternen Arzt Julian Goldstein (Gael García Bernal). Kostete sie zuvor die schönen Seiten des Lebens mit hundertprozentiger Leidenschaft aus, übertrifft sie sich nach der schockierenden Diagnose selbst, gibt Vollgas mit 200 Prozent Lebensenergie und reißt so selbst ihre Freunde mit.

Die Regisseurin Nicole Kassell (Der Dämon in mir) möchte die Höhen und Tiefen der Protagonistin ganz vorsichtig aufgreifen, verliert sich dabei jedoch völlig im Pathos. Zwar versucht sie durch die komplizierte Beziehung zu den Eltern (gespielt von Kathy Bates und Treat Williams) sowie zu der schwangeren Freundin Renee dem eh schon schwer auf den Magen schlagenden Thema noch mehr Tiefgang zu verleihen, aber die Mischung aus Humor (Marley teilt ihrem Chef beispielsweise durch eine Grußkarte mit Worten à la „Veilchen sind blau, ich habe Krebs” mit, dass sie an Krebs erkrankt ist) und dramatischen Szenen will einfach nicht aufgehen. Selbst das Filmpaar scheint unvereinbar: Kate Hudson (Wie werde ich ihn los in zehn Tagen) weiß ein weiteres Mal mit ihrer sympathischen Strahlemann-Art den kompletten Kinosaal für sich zu vereinnahmen und stiehlt somit Gael García Bernal (The Limits of Control) absolut die Show. Er wirkt in seinem Arztkittel vollkommen fehlbesetzt und so kann auch eine Gott spielende Whoopi Goldberg einen solchen Tiefschlag nicht im Geringsten aufwiegen.

 
323 Wörter von Hella, 66 Tage alt