Keeper

Veröffentlichung  11. Mai 2017    Regie  Guillaume Senez    Darsteller  Kacey Mottet Klein  Galatea Bellugi  Catherine Salée
Foto: Film Kino Text
 IMDb-Wertung
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Die erste große Liebe mit 15 Jahren, das erste Kind mit 15 Jahren

Schwanger als Teenager: Was soll man da tun? Wie macht man es richtig? In seinem Debütfilm begleitet Guillaume Senez ein Pärchen bei der wohl härtesten Entscheidung in ihrem noch so jungen Leben.

Lange Zeit passiert rein gar nichts und dann geht es manchmal ganz schnell: Plötzlich ist da jemand, den man über alles liebt, und der das Gleiche auch für einen empfindet. So ist es auch bei Maxime (Kacey Mottet Klein) und Mélanie (Galatéa Bellugi). Die zwei sind 15 Jahre alt und als sie sich ineinander vergucken, wird das die erste richtig große Liebe für sie. Schon bald reicht ihnen das Knutschen nicht mehr aus und sie haben auch ihr erstes Mal miteinander. Zwischen den beiden wird es enger und enger – und dann findet Mélanie heraus, dass sie schwanger ist. Der Schock ist immens. Doch Maxime gefällt die Idee Vater zu werden mehr und mehr. Und so begeistert er schließlich auch seine Freundin dafür. Nur ist da immer noch das Problem, dass sie allen anderen erklären müssen, dass sie nun Eltern werden.

Alles ändert sich

Keeper ist der erste Langspielfilm von dem in Brüssel wohnenden Regisseur Guillaume Senez – und damit auch gleich ein richtig harter Brocken. Zunächst fängt alles ganz harmlos an, wir sehen die erste Liebe durch die rosarote Brille. Aber dann wird Maxime der Boden unter den Füßen weggezogen. Mit einem Mal hat nichts mehr mit kleinen Problemen, wie Schwierigkeiten mit Freunden oder mit den Hausaufgaben, zu tun. Denn es geht darum, dass Mélanie schwanger ist. Mit einem echten Baby. In ihrem Bauch. Was soll man jetzt machen? Abtreiben oder adoptieren lassen? Oder es einfach auf sich zukommen lassen? Senez zeigt dieses erste Ohnmachtsgefühl und das danach langsam wachsende Selbstbewusstsein stets aus der Sicht von Maxime. Dabei bewertet er nie, er beobachtet nur.

Drehbuchlos

Ein richtiges Drehbuch gab es nie zum Film. Der Regisseur wollte eine lebensnahe, natürliche Geschichte erzählen – und so ließ er seine zwei Hauptdarsteller Kacey Mottet Klein und Galatéa Bellugi die Figuren mit entwickeln. Das mag ein Grund dafür sein, warum Keeper so gut funktioniert. Die Szenen wirken wie direkt aus dem Leben gegriffen. Die bewegliche Kamera und die Bilder, die hauptsächlich mit natürlichem Licht auskommen, tun ihr Übriges. Dabei sind wir immer nah bei den Darstellern, lernen aus erster Hand, was sie gerade fühlen. Vieles erscheint widersprüchlich in dem Drama, aber das macht die Geschichte tatsächlich umso nachvollziehbarer. Hier kommen Hilflosigkeit, Angst vor Verzicht und wahnsinnige Verliebtheit so aufregend zusammen, das man glauben möchte: So einen Film hat man noch nie zuvor gesehen.

Wie wäre es, wenn man als 15-Jähriger gesagt bekommt, dass die Freundin ein Kind erwartet? Keeper erzählt diese aufregende Geschichte auf eine sehr ruhige Art und Weise. Es gibt keinen Riesenaufschrei, nur jede Menge ungefilterte Emotionen.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  11. Mai 2017    Worte  464
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