Interstellar

Veröffentlichung  06. November 2014    Regie  Christopher Nolan    Darsteller  Matthew McConaughey  Anne Hathaway  Jessica Chastain
Foto: Warner Bros. Ent.
 IMDb-Wertung
Foto: Warner Bros. Ent.

Die Menschheit wurde auf der Erde geboren, aber war nie dazu bestimmt auch dort zu sterben

Interstellar nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in fremde Galaxien und auf unbekannte Planeten. Regisseur Christopher Nolan entwirft Bildwelten, die es verdienen auf der größtmöglichen Leinwand betrachtet zu werden.

Unsere Zeit auf der Erde neigt sich dem Ende zu. Das Forscherteam um Pilot Cooper (Matthew McConaughey, Dallas Buyers Club) und Wissenschaftlerin Dr. Amelia Brand (Anne Hathaway, Les Misérables) lässt alles hinter sich, um mögliche Lebensräume für die Menschheit zu erkunden. Für ihre Reise verlassen sie unser Sonnensystem durch ein Wurmloch, das eine Sonderabteilung der NASA, angeführt von Prof. Brand (Michael Caine, Gottes Werk & Teufels Beitrag) seit Jahrzehnten im Geheimen untersucht. Wüsste die Menschheit von den immensen Ausgaben für die Weltraumforschung, würde es zu Aufständen kommen. Denn die Lebensmittel werden bereits knapp, Getreide und andere Grundnahrungsmittel lassen sich gar nicht mehr anbauen. Die Hoffnung stirbt selbst bei den Verantwortlichen. Jahrzehntelang gibt es keinen Hinweis darauf, wie die Mission von Cooper und Brand verläuft. Auf der Erde führt Coopers Tochter Murph (Jessica Chastain, Zero Dark Thirty) schließlich die aktive Suche nach einer Lösung fort. Wird es ihr im Alleingang gelingen den Fortbestand der Zivilisation zu sichern? Und wird sie ihren Vater jemals wiedersehen?

Raum und Zeit neu gedacht

Mit Inception ergründet Christopher Nolan 2010 das Unterbewusstsein, 2014 erkundet er die größeren Zusammenhänge von Zeit, Gravitation und Relativität. Zeit, wie wir sie empfinden, ist ein relatives Konstrukt. Der Film macht sich diesen Gedanken zunutze um mögliche Relativitäten zu verbinden (“Zwillingsparadoxon”) und damit zum Nachdenken über unsere eigene Existenz anzuregen. Alles was ist und sein kann, wird auch immer sein. Die Ursprungsidee stammt aus der Feder von Regielegende Steven Spielberg, der einfach keine Zeit fand den Stoff umzusetzen und schließlich Drehbuchautor Jonathan Nolan engagierte das Skript fertig zu stellen. Dieser erzählte die Geschichte seinem großen Bruder Christopher, der sich der Regie-Herausforderung begeistert gestellt hat. Gemeinsam ließen sie sich von den Theorien des Astrophysikers Kip Thorne inspirieren (“Gekrümmter Raum und verbogene Zeit“). Laut Christopher Nolan seien die echten Möglichkeiten der Astrophysik viel überwältigender als alles, was man sich als Drehbuchautor je erträumen könne.

Nur selten bringt das moderne Blockbusterkino optisch und ästhetisch etwas wahrhaftig Neues hervor – jeder Stein wurde schon einmal umgedreht. Doch nicht so in Interstellar, der ganz und gar unglaublich und voller Poesie ist (unter anderem mit Auszügen aus einem Gedicht von Dylan Thomas: “Do Not Go Gentle Into That Good Night”). Nolan entwirft nicht nur neue Welten, sondern gleich ein ganzes Sonnensystem. Im Herzen möchte Interstellar jedoch ein Film über die Familie sein, über die Beziehung zwischen einem Vater und seiner Tochter. Jeder Mensch kann sich vorstellen, wie der Gedanke aneinander selbst über Milliarden Kilometer spürbar ist. Je weiter die Reise Cooper von der Erde führt, desto näher kommt er seiner Tochter Murph. Die Fragen, was es bedeutet ein Mensch zu sein und wie wir miteinander verbunden sind, überdauern das Filmerlebnis.