I'm a Cyborg, but that's OK
 

Verspielt, skurril, traurig. Der 2006er Film I’m a Cyborg, but that’s Ok von dem Koreaner Park Chan-wook (Oldboy) führt den Zuschauer in ein ausgedehntes Feld an filmischer Vielfältigkeit.

Die gezeigte grünstichige Welt ist monoton, technisch und leblos. Doch Young-gun (Lim Soo-jung) ist die Verkörperung von blühender Fantasie. Sie ist felsenfest davon überzeugt, dass sie ein Cyborg ist. Dieser Fakt bringt beispielsweise mit sich, dass sie jegliche Nahrung verweigert. So wird sie in eine Nervenheilanstalt eingewiesen, wo sie schon bald Il-sun (Jung Ji-hoon) kennenlernt, der wiederum der Meinung ist jedem Menschen bestimmte Fähigkeiten klauen zu können. So geht Young-gun auf ihn zu, um ihn zu bitten ihr Mitleid zu stehlen, um endlich ihre Berufung nachgehen zu können. Mit der Weile verbringen die beiden Eigenbrötler immer mehr Zeit miteinander und lassen sich schon bald vollkommen aufeinander ein.

I’m a Cyborg, but that’s OK ist ein romantischer Film, der unter Strom steht! Die Charaktere werden spielerisch schön herausgearbeitet. Nichtsdestotrotz erwarten den Betrachter über anderthalb Stunden, die alles andere als putzig sind und auch nicht immer leicht verdaulich daherkommen.

Ohne die Zustände in psychiatrischen Kliniken zu verklären, inszeniert der Regisseur die Charaktere des Films annähernd wie Kinder, die sich frei von Konventionen, umwerfend authentisch durch ein Rollenspiel bewegen, das den Außenstehenden lächerlich vorkommen muss. Dieser Rahmen dient ihm dazu, die Liebesgeschichte zwischen Young-gun und Il-sun zu erzählen.

Neben den üblichen Features wie ein Making-of, entfallene Szenen und Interviews hält die DVD als besonderes Schmankerl (als Teil der Intro Asien Edition) ein 16 seitiges bebildertes Booklet bereit, wo man noch viel mehr über Film, Darsteller und Regisseur erfahren kann (siehe vorhergegangenes Zitat).

 
263 Wörter von Hella, 334 Tage alt