Ich – Einfach unverbesserlich 3

Veröffentlichung  06. Juli 2017    Regie  Kyle Balda  Pierre Coffin  Eric Guillon    Darsteller  Oliver Rohrbeck  Martina Hill  Joko Winterscheidt
Foto: Universal Pictures Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Universal Pictures Germany

Chaotische Fortsetzung mit wenig Minions

Die Verwandlung vom Superschurken zum Superpapa ist längst vollzogen. Nun heißt es für Gru tiefer in seine eigene Familiengeschichte einzutauchen. Und das beginnt mit einer großen Überraschung!

Gru hat seine kriminelle Karriere längst an den Haken gehangen. Mit Frau und Kinder kann er es sich auch schlicht nicht mehr erlauben der Böse zu sein. Also hat Gru die Seiten gewechselt. Für die Anti-Schurken-Liga soll er nun die größten Verbrecher jagen. Aktuell wird die Menschheit von dem Ex-Kinderstar Balthazar Bratt bedroht. Gedanklich hängt er immer noch in der Welt seiner abgesetzten Serie aus den 80ern fest. Sein erstes Ziel ist es Rache an Hollywood zu verüben! Gru scheitert jedoch kläglich bei dem Versuch ihn auszuschalten. Die Liga verliert daraufhin das Vertrauen und kündigt ihm. Auf dem Tiefpunkt angelangt, taucht Grus verschollener Zwillingsbruder Dru auf. Seine Mutter hat dessen Existenz seit ihrer Geburt verheimlicht! Dru scheint alles im Leben erreich zu haben – ist steinreich, immer gut drauf und hat sogar volles Haar. Nur in einem ist ihm Gru voraus: Er ist unwissentlich in die Fußstapfen des Vaters getreten und wurde ein Schurke von Weltformat. Dru bittet Gru schließlich um Hilfe bei der Bösewicht-Grundausbildung. Und ehe sich Gru versieht, bekommt er so die Chance es Balthazar heimzuzahlen und die Liga wieder von seinen Qualitäten zu überzeugen.

Lustig ist, wenn es weh tut

Dramaturgisch lässt Ich – Einfach unverbesserlich 3 auf allen Ebenen zu wünschen übrig. Die Handlung erscheint am Reißbrett konstruiert und die Hauptgeschichte zu einfach, um überhaupt spannend zu sein. Diese Leere wird durch hektische Actionsequenzen überspielt, in denen Gru mal ultra tollpatschig ist und sich dann wieder höchst elegant zu bewegen weiß. Und immer geht es darum Schmerz komisch aussehen zu lassen. Diese Humor wird vielleicht kleine Kinder begeistern – aber niemanden vom Hocker reißen, der etwas mehr Unterhaltung braucht, um loszulachen.

Die Minions kommen zu kurz

Das größte Problem des Films sind aber die zahllosen Nebenhandlungen, die überhaupt nichts zur eigentlichen Geschichte beitragen. Das fängt bei den Minions an, die sich nach Grus Karriereende selbstständig machen und prompt im Gefängnis langen, aus dem sie wieder ausbrechen müssen. Und es hört bei Grus Tochter Margo auf, die ihrem Traum hinterherjagt und ein echtes Einhorn fangen will. Das alles ist zwar süß anzuschauen, aber es hätte genauso gut Teil eines eigenständigen Kurzfilms sein können. Und genau darin besteht doch die große Chance von Spielfilmen: Die Charaktere über einen längeren Zeitraum auf Herausforderungen stoßen zu lassen, die sie gemeinsam überwinden müssen. Doch in Ich – Einfach unverbesserlich 3 köchelt jeder sein eigenes Süppchen. Am Ende bleibt jedoch höchstens Zeit für Gru über seinen Schatten zu springen und seinen Bruder als ebenso talentierten Bösewicht zu akzeptieren.

So langsam wird die Luft dünn für das Minions-Franchise. Die kleinen gelben Helfer spielen nur eine untergeordnete Rolle und auch für die anderen Figuren bleibt vor lauter Zerstörungs- und Größenwahn keine Zeit für charakterliche Weiterentwicklung.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  06. Juli 2017    Worte  477
Permalink  http://www.farbensportlich.de/ich-einfach-unverbesserlich-3/    Farbe  #274c7c
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