Ice Age 5 – Kollision voraus!

Veröffentlichung  30. Juni 2016    Regie  Mike Thurmeier  Galen T. Chu    Darsteller  Otto Waalkes  Torge Oelrich  Faye Montana
Foto: 20th Century Fox Germany
 IMDb-Wertung
Foto: 20th Century Fox Germany

Bei Sid, Manny & Co. ist die Puste raus

In der Eiszeit kehrt einfach keine Ruhe ein. Teil fünf beschert uns einen Wettlauf gegen die Zeit und ein eigentlich unlösbares Problem aus den Weiten des Universums.

Eine uralte Prophezeiung besagt, dass alle tausend Jahre ein Meteoritenschauer auf die Erde hinabstürzt und alles Leben auslöscht. Dieses Mal ist es Eichhörnchen Scrat, das bei der endlosen Jagd nach seiner Nuss versehentlich ein Raumschiff betritt, ins Weltall rast und eine kosmische Kettenreaktion auslöst. Die Folge: Ein tödlicher Gesteinsbrocken rast mit ungeheurer Geschwindigkeit auf den Erdball zu und droht dort alles Leben zu zerstören. Statt sich in Sicherheit zu bringen, beschließen Faultier Sid, Mammut Manny, Säbelzahntiger Diego und der Rest der Herde Kurs auf die mutmaßliche Einsturzstelle zu nehmen und das Unheil abzuwenden. Nur wie kann ihnen das scheinbar Unmögliche gelingen? Die Entdeckung von Magnetismus spielt eine nicht ganz unwesentliche Rolle dabei.

Nichts als Beliebigkeit

Zugegeben, die echten Urzeit-Tiere um Mammut und Säbelzahntiger mussten vor 20.000 Jahren allerhand Naturkatastrophen über sich ergehen lassen – bis sie schließlich wirklich ausstarben. Die Ice Age-Reihe macht es sich seit nunmehr 14 Jahren zur Aufgabe die Tierwelt mit einem immer noch bedrohlicheren Unheil zu konfrontieren. Auf die Flucht vor der Eiszeit folgten Schmelzwasser, gefährliche Dinosaurier und schwere Kontinentalverschiebungen. Mit Teil fünf ist nun vermutlich das Ende der Erzählung erreicht – und auch sein Tiefpunkt. Denn inhaltlich ist den Charakteren schon lange nichts mehr hinzuzusetzen. Am besten lässt sich das daran erkennen, dass Manny inzwischen schon seinen eigenen Hochzeitstag vergisst und vor lauter Unverständnis für die Frauen lieber mit den Jungs an der Bar abhängt. Die Tiere sind alt geworden, erschöpft vom Leben und dem ewigen Davonrennen. Daher braucht es immer neue Sidekicks, um die Spielzeit zu füllen. In dem neuen Teil sind das zwei Faultier-Freundinnen für Sid, ein Freund für Mammut-Tochter Peaches, ein Yoga-Lama und drei hungrige Urzeitvögel. Zusammen mit Sids Oma Granny, dem Wiesel Buck, den Opossumbrüdern Chrash und Eddie, Diegos Partnerin Shira und Mammut-Frau Ellie macht das überschlagen … definitiv zu viele Figuren auf einmal! Der Einzelne bleibt da komplett auf der Strecke.

Die Message des Films

Man kann dem Animationsfilm zugutehalten, dass er schnell geschnitten und rasant erzählt ist. In 94 Minuten Spielzeit durchquert die ungleiche Truppe exotische Landschaften und erlebt so manches Abenteuer. Wer jedoch eine anspruchsvolle Geschichte oder hintersinnigen Humor sucht, ist hier fehl am Platz. Wenn Sid als Dummchen vom Dienst einmal ein geschwollenes Auge von einem giftigen Efeublatt bekommt, dann lernt er einfach nicht daraus. Viel besser noch: Er reibt es sich wieder und wieder ins Gesicht. Schenkelklopfer-Humor wie direkt aus den 90er-Jahren! Oder wenn Crash und Eddie sich amüsieren, wenn jemand das Wort „Glied“ gesagt hat, dann ist das einfach nur lahm. Ohne zweite Ebene oder Meta-Bedeutung – wir sollen wirklich nur über „Glied“ kichern. Inspirierender Witz geht anders. Zum Glück lachen sich die Charaktere selbst am meisten schlapp – im Kino blieb es dagegen die meiste Zeit still. Zur Beruhigung aller Eltern im Saal darf die obligatorische Wohlfühl-Message am Ende aber nicht fehlen: Selbst Faultier Sid muss nicht allein bleiben und findet ein Frauchen, das ihn dafür liebt, wie er ist. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Statt sich Zeit für die bestehenden (und gealterten) Figuren zu nehmen und deren veränderte Sicht auf die Welt zu beleuchten, werden in Ice Age 5: Kollision voraus! nur noch mehr neue Charaktere eingeführt. Die liefern einen oberflächlichen Ulknudel-Moment nach dem nächsten und am Ende fragt man sich, wofür diese Zeit im Kinosessel eigentlich gut war. Bitte keine weitere Fortsetzung mehr!

Hier findest du unsere Rezension zum vierten Teil “Voll verschoben”.