I Spit On Your Grave

Veröffentlichung  06. Oktober 2011    Regie  Steven R. Monroe    Darsteller  Sarah Butler  Jeff Branson  Andrew Howard
Foto: Family of the Year Productions
 IMDb-Wertung
Foto: Family of the Year Productions

Hauptdarstellerin Sarah Butler zeigte sich im Vorfeld besorgt darüber was wohl ihre Mutter sagen würde, wenn sie denn I Spit On Your Grave zu sehen bekommt.

Zu recht, denn diese dürfte sich ernsthaft Sorgen um ihre Tochter machen. In einer blutdrünstigen Doppelrolle spielt Sarah die junge Schriftstellerin Jennifer, die sich zunächst in eine abgelegene Blockhütte zurück zieht, um an ihrem neuen Buch zu arbeiten. Damit zieht sie jedoch den Unmut einiger Einheimischer auf sich, die sie kurzerhand brutal überfallen. Die Drei misshandeln ihr zierliches Opfer auf bestialische Weise fast zu Tode. Es gelingt Jennifer in letzter Sekunde sich in einen Fluss fallen zu lassen. Was ihre Peiniger nicht wissen: sie überlebt und fasst den Plan es den Männern heimzuzahlen. Sie sollen die Qualen am eigenen Körper spüren. Ab dem zweiten Teil des Films wird Sarah Butlers Mutter sehen wie ihre Tochter in ihrer Rolle zur brutalen Folterqueen avanciert.

Der intensiv erzählte Horrorthriller gibt sich voll und ganz dem Schmerz hin und zerlegt ihn in seine qualvollen Einzelteile. Allein die Vergewaltigung zu Beginn ist so schrecklich, dass man den Film eigentlich gleich aus machen will (und vielleicht dem Verlangen auch nachgehen sollte?). Nur der Gedanke an die ersehnte Rache rechtfertigt es durchzuhalten. Doch statt Vergeltung gibt es nur noch mehr hemmungslose Gewalt. Der Film zeigt wie aus einer lieblichen Autorin eine kaltblütige, skrupellose und perfide Killerin wird. Die schmächtige Frau schafft es, angetrieben vom Rachemotiv, die drei Männer zu überwältigen, durch den Wald zu schleifen und in Positionen zu hiefen, die selbst mit technischen Hilfsmitteln kaum herzustellen wären. Das alles führt dazu, dass sich der Zuschauer am Ende fragt wer denn jetzt der Böse in diesem Film ist? Weiterhin ist es purer Irrsinn, dass Gewalt derart verherrlichend und unreflektiert dargestellt wird. Denn aus Vergeltung entsteht nur Leid, keine Genugtuung. Wo es I Spit On Your Grave nicht an kreativen Folterszenen mangelt, da sorgt das Drehbuch für die nötigen Denkpausen. Nicht umsonst müssen die kaufkräftigen Horrorfans mit einem freizügigen Cover geködert werden, da die Geschichte à la erst-tust-du-mir-weh-dann-tue-ich-dir-noch-mehr-weh schon ermüdend oft erzählt wurde. I Spit On Your Grave fand sein Publikum beim Fantasy Filmfest 2011 und wird fortan zur eigenen Meinungsbildung in den FSK-18-Abteilungen der Videotheken bereit stehen.