Guardians Of The Galaxy Vol. 2

Veröffentlichung  27. April 2017    Regie  James Gunn    Darsteller  Chris Pratt  Kurt Russell  Zoe Saldana  Dave Bautista
Foto: Marvel
 IMDb-Wertung
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Nur mal kurz das Universum retten

Die Erwartungen an die Fortsetzung vom Überraschungserfolg aus 2014 könnten kaum größer sein. Daher eines gleich vorweg: Der zweite Teil macht eine gute Zeit im Kinosessel – aber mehr auch nicht.

Wir starten bereits kurz nach dem Ende der ersten Mission der Guardians. Darin haben Star-Lord (Chris Pratt), Gamora (Zoe Saldana), Drax (Dave Bautista), Waschbär Rocket (Stimme von Bradley Cooper) und Baumwesen Groot (Stimme von Vin Diesel) das Universum mit vereinten Kräften vor dem Tyrannen Ronan beschützt. Doch Gamoras böse Stiefschwester Nebula (Karen Gillan) konnte sich der Bestrafung schwer verwundet entziehen. Nun sind ihr Star-Lord und seine neuen Freunde auf den Fersen, um sie endgültig hinter Gitter zu bringen. Das hochentwickelte Volk der Sovereign verspricht ihnen im Gegenzug für einen kleinen Gefallen bei diesem Anliegen zu helfen. Doch die Guardians verstoßen gegen die Bedingungen und werden schneller wieder zu den Gejagten, als ihnen lieb ist. Nur durch die Hilfe vom mysteriösen Ego (Kurt Russell) gelingt es ihnen das völlig zerstörte Raumschiff notzulanden. Dann lässt Ego die Bombe platzen: Er ist der leibliche Vater von Peter Quill alias Star-Lord. Doch warum gibt er sich nach all den Jahren zu erkennen? Seine Absicht ist leider alles andere als lobenswert.

Einzelmissionen untergraben die Team-Dynamik

Die wenigsten Superhelden-Filme nehmen sich die Zeit einen Widersacher zu präsentieren, dessen Absichten nachvollziehbar und tatsächlich bedeutsam sind. Im Falle von Ego deutet schon der Name an, dass wir es auch dieses Mal nur mit einem überschätzen Selbstwertgefühl zu tun bekommen. Der Twist: Ego ist nicht nur eine Person, sondern gleich ein ganzer Planet. Und dieser würde seinen Geltungsbereich am liebsten noch etwas vergrößern. Dafür ist er jedoch auf die Unterstützung seines Sohnes angewiesen. Diese Geschichte käme theoretisch auch komplett ohne die übrigen Guardians aus. Doch wenn sie schon mal da sind, verpasst ihnen Regisseur James Gunn gleich noch eigene kleine Auseinandersetzungen in Zweier-Konstellationen. So geht die Rechnung am Ende wieder auf – jedoch auf Kosten der Team-Dynamik. Im gesamten Film gibt es nur eine Handvoll Szenen, in denen die Guardians überhaupt gemeinsam im Bild zu sehen sind. Das schwächt den Familien-Gedanken und sollte beim nächsten Anlauf definitiv korrigiert werden.

Verschluck dich nicht am Popcorn, es wird lustig

Gleich zu Beginn des Films wird der Ton gesetzt: Wir sehen Baby Groot durch das Bild tanzen, während der Rest der Bande im Hintergrund gegen ein fieses Monster kämpft. Das ist nicht nur süß, sondern auch total komisch. Denn Groot ist so vertieft in die 80er-Jahre-Musik, dass ihm alles andere völlig egal ist. Und es darf noch viel mehr gelacht werden! Der Kleine stellt sich nämlich als extrem begriffsstutzig heraus. Um Rocket und Yondu (Michael Rooker) aus der Gefangenschaft zu befreien, soll er ein ganz bestimmtes Ersatzteil besorgen. Dabei braucht er zahllose Anläufe und präsentiert ihnen erst alles andere – von einem Tisch, über ein Nagetier, bis zu einem Finger. Belohnt wird auch, wer während des Abspanns sitzen bleibt. Denn Guardians Of The Galaxy Vol. 2 wartet mit den meisten Abspann-Szenen eines Marvel-Films überhaupt auf. Das Highlight: Groot als mürrischer Teenager, der lieber Video-Spiele zockt, als sein Zimmer aufzuräumen. Da sage noch einer, dass Marvel bei der Weiterentwicklung des Baumwesens nicht auf die möglichen Merch-Verkäufe schielen würden.

Bei Guardians Of The Galaxy Vol. 2 bekommt man genau, was man erwartet: ein Weltraum-Abenteuer mit bitterbösem Humor. Die Hintergrundgeschichte von Anführer Star-Lord berührt, steht jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Team-Gedanken.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  27. April 2017    Worte  557
Permalink  http://www.farbensportlich.de/guardians-of-the-galaxy-2/    Farbe  #6c2070
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