Ghostbusters

Veröffentlichung  04. August 2016    Regie  Paul Feig    Darsteller  Melissa McCarthy  Kristen Wiig  Kate McKinnon  Leslie Jones
Foto: Sony Pictures Releasing
 IMDb-Wertung
Foto: Sony Pictures Releasing

Ein Satz mit X – Das war wohl nix!

Ghostbusters hätte mithilfe der Humorexperten Paul Feig und Melissa McCarthy genial werden können. Aber leider hat das Team vergessen an eine solide Handlung und funktionierende Witze zu denken.

Es gab mal eine Zeit, in der haben Erin Gilbert (Kristen Wiig) und Abby Yates (Melissa McCarthy) eng zusammengearbeitet. Ihr Fachgebiet war das Paranormale und dazu schrieben sie sogar ein Buch. Doch das ist jetzt Geschichte. Zumindest Erin will nichts mehr mit Geistertheorien zu tun haben. Mittlerweile bewegt sie sich in seriöseren Kreisen der Naturwissenschaften, eine Festanstellung an der New Yorker Columbia University ist auch schon zum Greifen nah. Aber dann stört genau dieses Buch zum Übernatürlichen ihren nächsten Karriereschub. Als herauskommt, dass Erin an dem Hokuspokuswerk beteiligt war, ist es mit ihrer guten Reputation vorbei. Gerade, als Erin glaubt, es könnte nicht schlimmer kommen, tauchen jedoch tatsächlich jede Menge fieser Geister auf. Eine Ghostbusters-Einheit muss her! Erin schluckt ihren Stolz herunter und tut sich wieder mit Abby zusammen. Die ist sowieso immer noch Feuer und Flamme für alles Paranormale und forschte längst mit ihrer neuen Laborpartnerin Jillian Holtzmann (Kate McKinnon) in diese Richtung weiter. Das Trio bekommt noch von dem etwas dümmlichen Assistenten Kevin (Chris Hemsworth) und der U-Bahn-Angestellten Patty Tolan (Leslie Jones) Hilfe – und als Team können sie es nun locker mit dem Geisterwahnsinn aufnehmen.

Viel Getöse um nichts

Schon bevor der erste Trailer zum Film herauskam, wurde sich der Mund fusselig geredet: Ein neuer Ghostbusters-Film mit einem rein weiblichen Cast? Kann so etwas denn überhaupt gut gehen? Braucht es überhaupt eine Fortsetzung? Wird Bill Murray trotzdem einen kleinen Auftritt haben? Es ist schwer sich von all diesen Fragen zu lösen. Es gab einfach zu Paul Feigs Ghostbusters zu viele Negativberichte im Vorhinein. Und das Hauptproblem ist nun: Bei einer Laufzeit von fast zwei Stunden schafft es Comedy-Ass Feig nicht einmal im Ansatz kontinuierlich zu unterhalten. Ständig bleibt einem die Zeit die (nicht vorhandene) Relevanz des Filmes zu hinterfragen. Die Dialoge wirken gänzlich aus der Zeit gefallen und von einem Witzefeuerwerk kann nun wirklich nicht die Rede sein. Manch einer mag von verbesserten Effekten sprechen – aber vergleicht man die semi-niedlichen Ballongeister zum Beispiel mit den Monstern, die Steven Spielbergs BFG – Big Friendly Giant zu bieten hat, verfliegt auch der letzte Funke Begeisterung für Ghostbusters.

Schauspieler auf Sparflamme

Nicht nur Handlung und Look lassen zu Wünschen übrig – auch die schauspielerische Leistung des Ensembles ist mau. Melissa McCarthy gibt hier lediglich eine halbaufgewärmte Variation von dem, was sie schon in The Boss, Spy – Susan Cooper Undercover und Tammy – Voll abgefahren abgeliefert hat. Neue Ecken und Kanten fehlen völlig. Dass Kristen Wiig in Paul Feigs Brautalarm mal richtig geglänzt hat, ist kaum vorstellbar. Im neuen Ghostbusters geht sie höchstens als graue Maus durch. Die durch die US-Show Sketch-Show Saturday Night Live bekannt gewordenen Kate McKinnon und Leslie Jones machen es sich ebenfalls zu sehr im Hintergrund gemütlich. Sie gehen allenfalls als Sprücheklopferinnen durch. Und zu guter Letzt bleibt selbst der Schurke des Films sehr, sehr blass. Einzig Thor, alias Chris Hemsworth, kann sich auf die Schulter klopfen – als komplett debile Nebenfigur rockt er.

Die Frauenedition von Ghostbusters bringt nicht die gewünschte Super-Girlpower rüber. Die Witze sind so fade, dass man fast glauben möchte, sie wären noch von dem Originalfilm aus dem Jahr 1984 übrig geblieben. Die Handlung ist erst gar nicht vorhanden und die Effekte müssten sich eigentlich hinter anderen Neuerscheinungen verstecken. Dieses Sci-Fi-Abenteuer ist ein Tiefschlag für Regisseur Paul Feig und die vier Hauptdarstellerinnen. Trostpflaster für alle Fans des Originals: Bill Murray wird euch wenigstens mit einem schrägen Cameo-Auftritt beglücken!

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  05. August 2016    Worte  598
Permalink  http://www.farbensportlich.de/ghostbusters-2016/    Farbe  #da3b1b
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