Ghost Rider: Spirit of Vengeance

Veröffentlichung  10. August 2012    Regie  Mark Neveldine  Brian Taylor    Darsteller  Nicolas Cage  Violante Placido  Ciarán Hinds
Foto: SND
 IMDb-Wertung
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Spektakulärer Höllenritt

Die Neuauflage des zwiegespaltenen Marvel Knights Helden entpuppt sich als eine verrückte Freak-Show, die Fans des Comics milde stimmt. Verantwortlich für die Generalüberholung zeichnet sich das Crank-Regiegespann Mark Neveldine und Brian Taylor, die bei der Neuinterpretation ganze Arbeit geleistet haben. Nicolas Cage (Kick Ass) schlüpft erneut in seine Lieblingsrolle des brennenden Motorrad-Stuntfahrers Johnny Blaze, der einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen hat.

Nachdem Ghost Rider im Jahr 2007 mit über 740.000 Kinobesuchern in Deutschland einen deutlichen Erfolg verzeichnen konnte, war mit einer Fortsetzung zu rechnen. Dieses Mal waren jedoch Leute am Werk, die etwas von ihrem Fach verstehen. Die Regisseure Neveldine und Taylor sind bekannt für halsbrecherische Action und unmögliche Kameraeinstellungen. Sie hatten weder Berührungsängste mit dem Stoff, noch scheuen sie davor zurück sich selbst auf Roller Blades hinter ein fahrendes Fahrzeug zu schnallen, um die perfekte Aufnahme zu schießen. Die Szenerie legte man (auch wegen des geringeren Budgets) kurzerhand ins triste Osteuropa und kreierte eine Story um einen Mann, der mit und gegen seinen inneren Dämon kämpft. Weil Blaze einen Pakt mit dem Teufel schloss, wird er zum tragischen Antihelden. Seitdem ist er an den Dämon Zarathos gebunden, der immer dann erscheint, wenn Unschuldige in Gefahr sind. Seine Aufgabe: Vergeltung üben.

In Ghost Rider: Spirit of Vengeance wird der Schwerpunkt auf die Ecken und Kanten des Protagonisten verlagert. Dabei musste man jedoch Abstriche zu Lasten einer Story machen, die nicht den Massen, wohl aber den Fans gefallen wird. In dem nur 95 Minuten andauernden Spielfilm wird der zurückgezogen lebende Stuntman Johnny Blaze von dem gottesfürchtigen Moreau (Idris Elba, Thor) darum gebeten den Ghost Rider hervorzuholen, um den Teenager Danny (Fergus Riordan) zu retten. Da seine Mutter Nadya (Violante Placido, The American) in einem schwachen Moment die Leihmutter des Teufels (Ciarán Hinds, München) wurde, versucht dieser sich sein menschliches Ebenbild nun zu Eigen zu machen. Gegen Dannys Schicksal kann nur noch das brennende Skelett etwas ausrichten. Um aus seinem Versteck herausgelockt zu werden, verspricht Moreau die wahre Natur des Riders zu offenbaren. Dazu muss sich Blaze den spirituellen Kräften ganz und gar hingeben können.

Die okkulte Geschichte um den Teufel und seine Anhänger ist harter Tobak. Doch rasante Action und ein Nicolas Cage, der völlig am Rad drehen darf, versprechen kurzweilige Unterhaltung. Gemeinsam mit Neveldine und Taylor erschuf Cage sowohl einen viel selbstbewussteren Johnny Blaze als auch einen Ghost Rider, der kein bisschen an der kurzen Leine gehalten wird. Seine Bewegungen erinnern an die fließenden Bewegungen einer Schlange und alles, was er anfasst, wird zu Feuer. So entflammt er unter anderem einen gigantischen Bagger, der mit seinen feurigen Schaufeln das Heimkino nahezu auseinander nimmt. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem Ghost Rider um den bösen Guten. Zum ersten Mal tauchte er 1972 in den Marvel-Comics auf, um als Widersacher der Guten zu fungieren. Doch schon bald widmete man ihm eine eigene Reihe, da er viel zu anregend und komplex war, um nur so einseitig präsentiert zu werden. Cage liebt die Extreme. Für Ghost Rider: Spirit of Vengeance ließ er sogar die Bedenken seiner Versicherungsfirma außen vor, mimte den Motorrad-Bezerker – ohne Helm und ohne jegliches Limit. Ganz so wie es die Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor lieben. Auch einen dritten Teil vom Ghost Rider hält der Mime nicht für ausgeschlossen. Am liebsten sollte dieser dann direkt in der Hölle spielen. Auch wenn dieser zweite Teil nicht mit den Kinobesuchern und Einspielergebnissen des Erstlings mithalten konnte, so ist den Verantwortlichen doch immerhin eine angemessenere Umsetzung gelungen, die sich vom Debut abhebt, dagegen glänzen kann und eine unbändige Leidenschaft für die Thematik in jeder Einstellung erkennen lässt. Nichts spricht gegen einen feurigen Filmabend zu Hause.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  10. August 2012    Worte  602
Permalink  http://www.farbensportlich.de/ghost-rider-2/    Farbe  #4e3329
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