Ganz weit hinten

Veröffentlichung  04. April 2014    Regie  Nat Faxon  Jim Rash    Darsteller  Liam James  Sam Rockwell  Steve Carell
Foto: 20th Century Fox Germany
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Foto: 20th Century Fox Germany

Für den 14-jährigen Duncan (Liam James, 2012 – Das Ende der Welt) fängt der Sommerurlaub mit einem ordentlichen Dämpfer an. Denn Trent, der neue Freund (Steve Carell, Crazy, Stupid, Love.) seiner Mutter (Toni Collette, Hitchcock), gibt ihm deutlich zu verstehen wie wenig er von ihm hält. Mit entsprechend wenig Selbstbewusstsein tritt er, im Feriendomizil am Meer angekommen, auch sogleich gegenüber der Nachbarstochter Susanna (AnnaSophia Robb, The Carrie Diaries) auf. Ein besseres Gefühl will sich erst einstellen als er beginnt in dem Wasser-Freizeitbad „Water Wizz“ zu arbeiten. Mithilfe des dort arbeitenden Lebenskünstlers Owen (Sam Rockwell, Moon) lernt er sich bald nicht nur dort gut einzuleben und Freunde zu machen, sondern auch eine selbstbewusstere Einstellung hinsichtlich seines Lebens zu entwickeln.

Wann geht eigentlich das wahre Leben los? Und wie wird man erwachsen?

Die The Descendants-Drehbuchautoren Nat Faxon und Jim Rash nahmen sich für ihr gemeinsames Regiedebüt (in dem sie auch selbst mitspielen) die Existenzängste eines Teenagers zur Brust. Dieser wird zwar schüchtern und sehr zurückhaltend von dem kanadischen Schauspieler Liam James dargestellt, jedoch verfehlt er damit nicht seine Wirkung. Duncan ist der Protagonist, der dem Zuschauer einen Einblick in die unterschiedlichsten Paar-Konstellationen ermöglicht, ohne Charme und Witz außen vor zu lassen oder zu urteilen. So lernt man Pam kennen – Duncans reichlich überforderte Mutter, die alles dafür tun möchte, dass es mit ihrem neuen Mann an der Seite klappt (der aber alte Gewohnheiten nicht so leicht abzulegen vermag) und dabei ihren Sohn fast gänzlich außen vor lässt. Oder auch Owen – der Mann, der einfach nicht erwachsen werden möchte und damit die Frau seiner Träume (gespielt von Maya Rudolph, Brautalarm) viel mehr zur Weißglut bringt als sie für sich zu gewinnen. Und dann wäre da ebenfalls noch Betty (Allison Janney, Juno), die stets angetrunkene Nachbarin, zu nennen. Sie nutzt jede Gelegenheit, um sich über ihren schielenden Sohn Peter (River Alexander) oder die Pubertät ihrer Tochter Susanna lustig zu machen und man hegt den Verdacht, dass der eigentliche Grund ihrer Balancelosigkeit die Trauer über das Weglaufen ihres Mannes ist.

Die Geschichte umreißt, was im Leben wirklich wichtig ist und was eben nicht. Die Erwachsenen in dieser Story füllen ihre innere Leere mit all den falschen Dingen. Duncan kann all dem entkommen, als er zufällig in diesen Wasserpark hineingerät. (Produzent Tom Rice)

Das Regie-Duo Nat Faxon und Jim Rash bringt es in Ganz weit hinten fertig die Welt eines Jugendlichen auch für Erwachsene nachvollziehbar aufzubereiten (und das vielleicht auch, weil eine Geschichte wie Trents Reduzierung von Duncan als eine 3 von 10 Jim Rash eben genauso selbst früher passiert ist). Im Besonderen, da der 103-Minüter ganz ohne Pathos, Kitsch und Fäkalsprache auskommt. Vielmehr wird trotz der Mischung aus Drama und Komik dem Betrachter ein sommerlich gutes Gefühl vermittelt, dass sich überall im Bauch auszubreiten vermag.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  23. März 2014    Worte  459
Permalink  http://www.farbensportlich.de/ganz-weit-hinten/    Farbe  #223351
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