Gangster Squad

Veröffentlichung  24. Januar 2013    Regie  Ruben Fleischers    Darsteller  Sean Penn  Josh Brolin  Ryan Gosling  Emma Stone
Foto: Warner Bros. Pictures Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Warner Bros. Pictures Germany

Keine Namen. Keine Uniform. Keine Gnade.

Eigentlich sollte Ruben Fleischers (Zombieland) auf realen Begebenheiten beruhendes Werk bereits im Herbst 2012 in die Kinos kommen. Doch dann ereignete sich der Amoklauf von Aurora, bei welchem mehrere Menschen in einem Kinosaal während einer Premierenvorführung von The Dark Knight Rises erschossen wurden. Diese Gräueltat ähnelte stark einer wichtigen Sequenz in Gangster Squad, die sich nun als völlig fehl am Platz darstellte. Somit entschied man sich für einige Umänderungen und die Verschiebung der Veröffentlichung auf Anfang 2013. Jetzt soll das Warten aber ein Ende haben und die stilsichere Popcorn-Unterhaltung beginnen.

Wir schreiben das Jahr 1949. Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, doch richtige Gewinner-Typen sucht man in Los Angeles vergebens. Der Gangsterboss und ehemalige Boxer Mickey Cohen (Sean Penn, Milk) hält die Stadt in Schach. Er kann alles haben (wie zum Beispiel die verängstigte Grace, gespielt von Emma Stone, The Help) und will immer noch mehr. Die meisten Polizisten sind korrumpiert und durch Prostitution, Drogen- sowie Waffengeschäfte erhöht er fortwährend seinen Reichtum und baut seine Machstellung aus. Erst der LAPD-Chef Parker (Nick Nolte, Warrior) will dem grausamen Treiben der Mafia ein Ende bereiten und schickt den engagierten John O’Mara (Josh Brolin, True Grit – Vergeltung) in die Spur. Dieser stellt sogleich mit Jerry Wooters (Ryan Gosling, Drive), Coleman Harris (Anthony Mackie, Ein riskanter Plan), Conway Keeler (Giovanni Ribisi, Ted), Max Kennard (Robert Patrick, Walk the Line) und seinem Anhängsel Navidad Ramirez (Michael Peña, End of Watch) einen gesetzlosen Geheim-Trupp zusammen, um gemeinsam für die gerechte Sache zu kämpfen – ganz egal wie blutig alles enden sollte.

Die Idee zu dem 113-Minüter entspringt dem Sachbuch von Paul Lieberman, in welchem er über die Schlacht von Los Angeles berichtete. Regisseur Ruben Fleischer, der früher Geschichte studierte, war begeistert von dem Gedanken sich solch einem historisch reizvollen Thema in einem Spielfilm zu widmen. Und letztlich ist es ihm gelungen den eleganten Stil der Zeit mit modernen Schnitten und Bildeinstellungen zu kombinieren. Bereits die erste Sequenz, in welcher Sean Penn alias Mickey Cohen boxend gezeigt wird, ist ein Musterbeispiel an ästhetischer Schönheit gepaart mit der Darstellung von Gewalt und Stärke. Auch im Verlauf des Action-Thrillers behauptet Penn sein Revier als Glanzstück des gesamten Filmes. Er nimmt eine jede Szene, in der er vorstellig wird, für sich ein, versteht es über den Bildschirmrand hinaus für Angst und Einschüchterung zu sorgen und wirkt einfach verdammt überzeugend als boxender Mafioso.

Als ich das Konzept des Films ausarbeitete, merkte ich, dass der Bösewicht Cohen mit seiner überlebensgroßen Persönlichkeit der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist. Ich dachte sofort an Sean Penn – es war wunderbar, dass er die Rolle akzeptierte. Mickey ist eine sehr dynamische, unvergessliche und bedrohliche Figur, der Sean mit seiner Intensität und seinem Humor das nötige Gewicht verleiht. (Ruben Fleischer)

Doch auch die restliche namhafte Schauspielerriege macht im altmodischen Anzug und Knarre im Anschlag eine stattliche Figur. Oberflächlich bleibt die Darstellung der Ereignisse während der Nachkriegszeit in Amerika trotzdem. Der früher als LAPD-Detective arbeitende Drehbuchautor Will Beall (Gerüchten zufolge soll dieser nun an dem Drehbuch zu Justice League beteiligt sein) nahm den Unterhaltungswert eines solchen Geschehnisses als maßgebliche Priorität, fütterte die Helden-Story mit einer Prise fiktiver Romantik (siehe Emma Stones Charakter Grace) und Situationskomik an, wobei dem Ganzen schließlich ein bisschen das Gewicht genommen wurde. Aber schlimm ist das keinesfalls. Gangster Squad ist zwar kein bierernster Historienschinken, aber dafür eine spritzige wie kurzweilige erste Kinoperle des noch jungen Jahres.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  19. Januar 2013    Worte  565
Permalink  http://www.farbensportlich.de/gangster-squad/    Farbe  #585135
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