Veröffentlichung:

09. Februar 2012

Extras:

Peter Vincent: Gedankenleser

Der offizielle „Wie macht man einen lustigen Vampirfilm“ Guide

Zusätzliche und erweiterte Szenen

Tintenfisch Mann: Erweitert und Ungeschnitten

Pannen vom Dreh

Kid Cudi: No One Believes Me Musikvideo

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Fright Night

 
Heimkino 12. Februar 2012
 
Fright Night
 

Nein. Das kann einfach nicht wahr sein. Der Regisseur Craig Gillespie, dem es gelungen ist das 2007er Drama Lars und die Frauen in so wundervollen Bildern festzuhalten, ist nun der Mann, den man für die Horrorkomödie Fright Night zur Verantwortung ziehen muss. Der erstgenannte Film erhielt sogar eine Oscar-Nominierung und man sprach von Gillespie als einen äußerst vielversprechenden Filmemacher. Danach hatte sich der Australier lange Zeit relativ rar gemacht, um nun mit dem Gruselremake ganz öffentlich einen ordentlichen Griff ins Klo zu fabrizieren. Denn nach den 106 blutrünstigen Minuten will sich eigentlich nur ein Gefühl so richtig einstellen: Ungläubigkeit.

Endlich hat es Charlie Brewster (Anton Yelchin, Star Trek) geschafft. Die Akne ist vollständig überwunden, von seinen alten Freunden hat er sich losgesagt, um sich einer viel angeseheneren Clique anzuschließen und zur Krönung ist er auch noch mit Amy (Imogen Poots, Solitary Man), dem schönsten Mädchen der Schule, zusammen. Doch seine heile Welt sieht sich durch Zuwachs in der Nachbarschaft bedroht. Der charmante Jerry (Colin Farrell, Brügge sehen… und sterben?) zieht alle Blicke auf sich, so auch die seiner Mutter Jane (Toni Collette, Sixth Sense). Nur verbirgt sich hinter der blendend aussehenden Fassade ein dunkles Geheimnis. Ed (Christopher Mintz-Plasse, Kick-Ass), sein längst abgelegter Nerd-Freund findet heraus, dass Jerry ein Vampir ist, der unbändigen Blutdurst verspürt und sucht Beistand von Charlie. Der anfängliche Unglauben gegenüber dieser Behauptung wird von der Sorge um seine Liebsten bald wie weggewischt. Denn schließlich verschwinden auch mehr und mehr Menschen in dem sonst eher ruhigen Vorörtchen. Und so beginnt eine wilde Verfolgungsjagd, in der sich der anpassungsfähige Charlie vor allen beweisen muss und es stellt sich ein weiteres Mal die Frage, ob Gut oder Böse am Ende gewinnen wird.

Was sich als Anti-Twilight-Horror mit einer wohltuenden Portion bissigem Humor vorstellt, hält lange nicht was es verspricht. Die Dialoge wirken dümmlich konstruiert, die Geschichte schlichtweg uninspiriert. Da helfen leider auch nicht die gut zusammengestellten Darsteller – beispielsweise Toni Collette als immer noch sehr attraktive Mutter oder Anton Yelchin als Durchschnittstyp, der sein plötzliches Glück in Form von Amy gar nicht fassen kann. So wie das Cover der Veröffentlichung einfach nur unterste Schublade ist, so stellt sich auch der Horrorfilm insgesamt als unausgegoren dar. Zuerst möchte Craig Gillespie eine niedliche Coming-of-Age-Story erzählen, um dann aber ab der Hälfte einfach nur noch wie wahnsinnig mit Blut und Innereien um sich zu spritzen. Also nein. Das hat doch schon einmal viel, viel besser geklappt mit Lars und die Frauen. Da kann man sich nur sagen: Augen zu und durch, es werden hoffentlich bessere Zeiten kommen.

 
422 Wörter von Hella, 97 Tage alt